Kultur + Literatur

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Filmfestspiele Cannes: Filmische Kunst auf die Palme getrieben

Viel Blut, verborgene Liebe oder der Kampf gegen das System: Ein französischer Film hat in Cannes das Rennen gemacht. Doch es gab auch andere sehenswürdige Streifen. Eine Auswahl der interessantesten Werke.

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„La vie d'Adèle“

Darum geht's: Der Film zeigt zwei junge Frauen auf der Suche nach ihrer sexuellen Identität. Adèle und ihre Freundin Emma entdecken sich und die Leidenschaft. Regisseur Abdellatif Kechiche, selbst Anfang 50, zeigt den unverhohlenen, unverstellten Blick der jungen Generation auf das Leben. Dabei gibt es Liebesszenen, die vor einiger Zeit noch eine Diskussion über Pornografie ausgelöst hätten. Ohne Weichzeichner, aber mit geschickt platzierten Schatten lieben sich die beiden französischen Jungschauspielerinnen Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux beim ersten Mal gefühlte zehn Minuten. Dennoch spürt man nicht nur in diesem Momenten die Konflikte der Protagonisten, die latent unter der Oberfläche pochen und jeden Moment ihren Weg ins Freie finden könnten. Der Film zeigt die Ängste, die junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsensein durchleben müssen.

Wer sollte ihn sehen?: „La vie d'Adèle“ spricht die Generation an, die sie darstellt. Aber auch Film-Freunde jeden Alters, die offen für Coming-of-Age-Geschichten sind, werden in den Film aufgrund seiner unaufgeregten, analytischen Machart eintauchen können. „La vie d'Adèle“ zählte bereits früh zu einem der diesjährigen Highlights der Filmfestspiele in Cannes und hat am Ende die Goldene Palme für den besten Film erhalten.

Deutschlandstart: noch offen

Bild: dpa