New York/FrankfurtZum Start der Messe kam der der Bodybuilder, Schauspieler und Politiker. Doch Arnold Schwarzenegger (65) setzt in dieser Reihe zumindest verbal noch einen drauf: „Nach Terminator und Gouvernator kommt jetzt Educator“, sagte er am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse bei der Vorstellung seiner Biografie „Total Recall“. Dazu hatten sich mehrere hundert Schaulustige eingefunden. Er werde als Professor an dem nach ihm benannten „Institute on State and Global Policy“ der Universität von Südkalifornien arbeiten, kündigte Schwarzenegger an. „Ich bin immer noch hungrig“.
In den vergangenen Jahren habe er Fehler gemacht, und seinem kometenhaften Aufstieg sei ein jäher Absturz gefolgt. Mit seinem spät eingestandenen Seitensprung, dem ein Sohn entsprang, habe er das Wichtigste in seinem Leben zerstört: seine Familie. „Wer sich mit Erfolg schmückt, der muss auch mit seinen Fehlern ehrlich umgehen können“, sagte Schwarzenegger. Er habe aus diesen Fehlern gelernt, sei wieder aufgestanden und habe den Dreck abgeschüttelt.
Mit seinem Besuch auf der Frankfurter Buchmesse am Eröffnungstag trägt Schwarzenegger den Wirbel um seine Autobiografie „Total Recall“ nun auch ins Ausland. In den vergangenen Tagen hatte er bereits dafür gesorgt, dass keinem Amerikaner entgehen kann, wie sein Lebensweg gedeutet werden soll und was der 65-Jährige über sich und die Welt denkt. Nach einem guten Jahr Medien-Abstinenz ist der Ex-Bodybuilding-Champion, Action-Held und Ex-Gouverneur von Kalifornien wieder da.
Ob als Beitrag bei „60 Minutes“ oder als Gast in populären Talkshows wie der „Daily Show“ oder „Meet the Press“ – der gebürtige Österreicher mit dem lustigen Akzent war einfach überall. Und überall, weil es für die Öffentlichkeit der scheinbar spannendste Aspekt seiner an Höhen und Tiefen reichen Biographie ist, ging es vor allem um eines: sein Privatleben.#
Ja, er habe den Fehler seines Lebens gemacht, gestand Schwarzenegger etwa bei CNN, indem er seine Frau Maria Shriver über Jahre betrog und mit der Haushälterin ein Kind zeugte. Er habe es verdient, dass sich Shriver von ihm scheiden ließ, und er leide darunter noch immer. „Doch jeder Mensch hat auch eine zweite Chance verdient“, sagte Schwarzenegger. Er habe seiner Familie Schreckliches angetan, hoffe aber trotzdem, dass sich er und seine Ex-Frau eines Tages versöhnen werden.

Fein, dass man wenigstens unter sich bleibt bei der Buchverkaufsmesse: betteln und hausieren unerwünscht.
Bei Lesern jedenfalls.
1 Kommentar
Alle Kommentare lesen