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Gottschalk Live: Thommys Muster ohne Wert

Thomas Gottschalk ist zurück. Das Format „Gottschalk Live“ soll die Quoten des ARD-Vorabendprogramms ankurbeln. Das Debüt orientierte sich an der integrierten Wetter-Show: heiter bis wolkig.

Erster Gast bei Thomas Gottschalk: Michael „Bully“ Herbig. Quelle: dapd
Erster Gast bei Thomas Gottschalk: Michael „Bully“ Herbig. Quelle: dapd

DüsseldorfDie beste Nachricht des Abends zuerst: „Börse im Ersten“ wurde beim Umpflügen des vorabendlichen Programmackers nicht mit untergegraben. Wer börsentags nach Anja Kohl schmachtet, braucht nach wie vor nur um 19:55 Uhr die ARD einschalten. Wer allerdings „Wetter im Ersten“ sehen wollte, fand sich um 19:50 Uhr unvermittelt in der ersten Sendung von „Gottschalk Live“ wieder. Ein gleichwohl genialer wie verwirrender Schachzug. Aber der Reihe nach.

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Die ARD hat für die neue Show Thomas Gottschalks ordentlich ihr Programm umgekrempelt. „Wissen vor 8“ musste weichen, die über weite Strecken bei den Quoten enttäuschenden Eigenproduktionen wurden zeitlich weiter Richtung Nachmittag verschoben. Denn das Erste bekam, gerade in der werberelevanten Zielgruppe, am Vorabend kein Bein auf die Erde. Unangenehm für den öffentlich-rechtlichen Sender, da er im Hauptprogramm nur bis 20 Uhr Werbeblocks schalten darf, die Zuschauer aber in der Regel erst zur Tagesschau einschalten.

Da kam der Abgang Gottschalks bei „Wetten, dass..?“ gerade richtig. Der Altmeister ließ sich von der ARD verpflichten und gemeinsam wurde ein spannendes Konzept vorgestellt: Eine vorabendliche Live-Show, die klassische Talk-Elemente mit Publikumsinteraktion verbindet. Die Zuschauer sollen via Facebook und Twitter Fragen stellen, Umfragen beantworten und Entscheidungen treffen.

In der Praxis funktionierte das zu Beginn recht gut. Thomas Gottschalk spielte seine Lieblingsrolle, die des ewig jugendlichen, aber weltgewandten Thomas Gottschalk. Ähnlich der Late-Night-Show eines gewissen Harald Schmidt, mit dem er sich vorab ein Twitter-Gefecht geliefert hatte, startete der Moderator mit einer kleinen Comedy-Einlage.

Souverän und tatsächlich auf den Punkt lustig ließ „Thommy“ Gutes erahnen. Knochentrocken, selbstironisch: „Ich kenne ja viele Stars. Hier ein Bild, wie ich Nicolas Cage in meine  Sendung einlade, doch dann habe ich es schon wieder gehört, der Gottschalk, lädt wieder Leute ein, die nur Englisch sprechen, ihren Film promoten und nach 20 Minuten wieder dringend weg müssen. Bei Nicolas Cage wäre der Film ‚Ghost Rider 2‘ gewesen, also hier das Bild wo ich ihn wieder auslade.“ Dann machte er sich über eine Illustrierte lustig, die einen angeblichen Cousin von ihm in Polen aufgestöbert haben will. Es blieben einige der wenigen Höhepunkte der halbstündigen Show.

Gottschalks Karrierestationen

  • Ab 1971

    Freier Mitarbeiter des Jugendfunks beim Bayerischen Rundfunk (BR), ab 1973 Sprecher der „Abendschau“-Nachrichten.

  • 1976

    Gottschalk wird beim BR Festangestellter und heiratet seine Thea. Erfolg mit witzigen Radiomoderationen bei „Pop nach acht“.  

  • 1977

    Er moderiert die Sendung „Telespiele“, die zunächst in einigen Dritten Programmen und ab 1980 bundesweit bei der ARD läuft.

  • 1982

    Mit Mike Krüger ist Gottschalk im Kinofilm „Piratensender Powerplay“ zu sehen. Weitere Filmrollen folgen. Zudem wechselt Gottschalk zum ZDF. Bis 1987 präsentiert er dort „Na sowas“, eine Mischung aus Talk- und Musikshow.

  • 26. September 1987

    Er moderiert erstmals die ZDF-Sendung „Wetten, dass..?“ als Nachfolger von Frank Elstner.

  • 1990

    Gottschalk arbeitet auch für RTL. Von 1992 bis 1995 moderiert er eine Late-Night-Show. 1992/1993 pausiert er bei „Wetten, dass..?“

  • 1995 bis 1997

    Neben „Wetten, dass..?“ moderiert er „Gottschalks Hausparty“ bei Sat.1.

  • 1999

    Mit seinem Bruder Christoph gründet er die Vermarktungsfirma Dolce Media GmbH in München.

  • 3. Dezember 2011

    Gottschalk moderiert zum letzten Mal „Wetten, dass..?“. Es ist seine 151. Show.

  • 23. Januar 2012

    Die Vorabendshow „Gottschalk live“ startet in der ARD.

Gottschalk hetzte sich und sein Team im Affenzahn durch die Sendung, als hätte er ständig die Angst im Nacken, wie zu besten ZDF-Zeiten überziehen zu müssen. Als er zu Beginn die Sendung erst einmal zur Rettungsschirm und Wulff freien Zone erklärt hatte, war klar, dass über den Zuschauerinput nicht viel kommen würde. Nach der kurzen Exkursion durch die an das „Wohnzimmer“ angrenzende Redaktion war das Thema endgültig eingegrenzt: Es sollten Fragen an Studiogast Michael „Bully“ Herbig übermittelt werden. Immerhin kündigte Gottschalk an, nach jeder Sendung noch eine halbe Stunde online zu bleiben. Ach ja, über das Netz wird auch die Krawatte von Günther Jauch demjenigen mit dem besten Argument vergeben.

  • 25.01.2012, 16:46 UhrAnonymer Benutzer: marcello_de_grande

    Tja, Thomas Gottschalk kann und konnte noch nie modernen Sendeformaten wie DSDS, Dschungelcamp, Frauentausch, Mitten im Leben und anderen Hirnvernichtern mithalten. Sein Fehler ist es zu versuchen, in einer verdummenden Gesellschaft eine "normale" Show zu offerieren, die die Dummen nicht sehen wollen.

  • 24.01.2012, 10:17 UhrAnonymer Benutzer: Eiland

    Was tut die ARD uns noch alles für unser Geld an, Talk und Schwachsinn gibt es genug. Gottschalk soll seine Mütze ins Gesicht ziehen und nach Kalifornien gehen-fliegen-

  • 24.01.2012, 07:05 UhrWeltenbummlerin

    Erbarmen, Verschonung, diese Sendung ist wie eine Schlaftablette. Jauch läßt grüßen!

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