Kultur + Literatur

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Interview: Kevin Costner: „Mich stört der Neid“

Mit „Open Range“ kehrt der Western in die Kinos zurück. Für Regisseur und Hauptdarsteller Kevin Costner ist der Film nach etlichen Flops die letzte Chance. Denn was in Hollywood zählt, ist der schnelle Erfolg.

Weekend Journal: Herr Costner, was ist das für ein Gefühl, mal etwas anderes als einen Verriss in den Medien zu lesen?

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Kevin Costner: Ein sehr angenehmes, vielen Dank. Aber warum stellen Sie die Frage überhaupt?

Nach Ihren jüngsten Kinodebakeln wie „Waterworld“ oder „3 000 Miles to Graceland“ waren Sie in Hollywood als Mann von gestern abgeschrieben.

Totgesagte leben bekanntlich länger. Ich hatte auch nur bedingt Schuld an den Misserfolgen der letzten Filme. Als Schauspieler liest du das Skript, dann kommen die Regisseure und Studiobosse daher und schneiden alles weg. Da bleibt vom Original oftmals nicht viel übrig.

Sie geben also den großen Studios in Hollywood die Schuld an Ihren Misserfolgen?

Zum Teil schon. Der Regisseur verspricht dir einen Film. Dann schaust du dir den Streifen an und fragst dich, was das alles soll. Ich bin der festen Überzeugung, dass viele Filme besser abgeschnitten hätten an der Kinokasse, wenn man sie so gelassen hätte, wie sie ursprünglich laut Drehbuch geplant und angedacht waren.

Haben Sie deshalb bei Ihrem aktuellen Film „Open Range“ nicht nur die Hauptrolle, sondern gleich auch die Regie übernommen?

Ja, das war ein Grund. Ich wollte mehr Kontrolle über mein Projekt haben. Ich wollte sichergehen, dass der Film auch so auf den Markt kommt, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.

Hollywood wird immer mehr vom Marketing und immer weniger von der Kunst dominiert. Stört Sie diese Entwicklung?

Es sind die Zeichen der Zeit. Heute ist die berühmte amerikanische „instant gratification“, also die sofortige Belohnung, auch im Filmgeschäft so wichtig wie früher bei einem 100-Meter-Sprint. Du musst mit deinem Film schon am ersten Wochenende auf Platz eins der Kinohitliste sein. Wenn nicht, dann wirst du eben als Verlierer abgestempelt.

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