Kultur + Literatur

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Klassischer Avantgardist: Komponist Hans Ulrich Engelmann ist tot

Der Komponist Hans Ulrich Engelmann ist am Samstag im Alter von 89 Jahren nach längerer Krankheit in einem Krankenhaus im südhessischen Darmstadt gestorben. Das bestätigten mehrere Quellen unabhängig voneinander gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

HB DARMSTADT. Engelmann war ein Freund von Karlheinz Stockhausen (1928-2007) und zählt zu den klassischen Avantgardisten, die vor allem mit der Zwölftontechnik bekannt wurden. Engelmann hat mehr als 100 Werke komponiert, darunter auch Opern und Stücke für Ballett und Schauspiel. Zum Theater hatte er eine besondere Nähe, so arbeitete er auch als Dramaturg.

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Zum 30. Jubiläum des Darmstädter Staatstheaters (2002) schrieb er das Stück "Theatermusik". Der mehrfach ausgezeichnete Komponist galt als undogmatisch, beherrschte selbst ganz verschiedene Musiktechniken und war neuen Elementen in der Musik aufgeschlossen gegenüber, wie zum Beispiel dem Rap. "Diese Mischung aus Klang, Sprache und Rhythmus finde ich faszinierend", sagte er vor seinem 80. Geburtstag.

Der 1921 in Darmstadt geborene Engelmann galt als hervorragender Pädagoge, der den Nachwuchs förderte. Als Professor hatte er viele Jahre in Frankfurt einen Lehrauftrag für Komposition.

Er war auch Gastprofessor in vielen anderen Städten, darunter Moskau und Vilnius, wo er 1985 an der ersten offiziellen Begegnung mit Kollegen aus der damaligen Sowjetunion teilnahm.

Schon als Zwölfjähriger wollte Engelmann Komponist werden - später nannte er das Komponieren eine Zwangshandlung. Seinem Vater zuliebe nahm er einen kurzen Umweg über die Architektur, doch spätestens als er mit etwa 25 Jahren den ersten Internationalen Ferienkurs für Neue Musik in Darmstadt besuchte, war sein Weg vorgezeichnet.

Von 1947 an studierte er Musikwissenschaft, Philosophie, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt, unter anderem bei den Sozialphilosophen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer.

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