Kultur + Literatur

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Kommentar: Echte Helden machen Kasse

Mit „Lincoln“, „Argo“ und „Zero Dark Thirty“ laufen derzeit gleich drei politische Filme in den Kinos an. Erfolge feiern sie nicht nur wegen Hollywoods Vermarktungskunst, sondern auch, weil sie auf echte Helden setzen.

Daniel Day Lewis (rechts) als Präsident Abraham Lincoln und Sally Field als dessen Frau Mary Todd in Steven Spielberg's Film „Lincoln“. Quelle: dpa
Daniel Day Lewis (rechts) als Präsident Abraham Lincoln und Sally Field als dessen Frau Mary Todd in Steven Spielberg's Film „Lincoln“. Quelle: dpa

Geschichte ist langweilig? Von wegen. Hollywood ist gleich mit drei erfolgreichen, Oscar-verdächtigen Mammutwerken auf dem Markt, die sich intensiv mit der amerikanischen Geschichte beschäftigen: „Lincoln“ (über den Präsidenten), „Argo“ (über eine Rettungsaktion in Iran) und „Zero Dark Thirty“ (über die Jagd auf Osamba bin Laden). Ach ja, und dann wäre da noch „Django Unchained“ über die Sklaverei; den habe ich nicht angeschaut, weil ich Filme von Quentin Tarantino nicht aushalte.

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„Argo“ von und mit Ben Affleck hat schon zwei Golden Globes kassiert. Der Film hat laut der Website Boxofficemojo.com knapp 45 Millionen Dollar gekostet und auf dem Heimatmarkt seit dem 10. Oktober mehr als 110 Millionen eingespielt. „Lincoln“ von Steven Spielberg hat 65 Millionen gekostet und seit dem 9. November gut 150 Millionen eingebracht. „Zero Dark Thirty“ von Kathryn Bigelow kam mit 40 Millionen Budget aus und hat seit dem 19. Dezember schon fast 30 Millionen in die Kassen gebracht. „Django Unchained“ kostete 100 Millionen Dollar und hat seit dem 25. Dezember rund 125 Millionen eingebracht.

„Zero Dark Thirty“ Ohne Waterboarding kein Bin Laden

Hat Folter zur Ergreifung Osama bin Ladens geführt? Der Thriller „Zero Dark Thirty“ legt diesen Schluss nahe – und hat in den USA eine hitzige Debatte ausgelöst. Das dunkelste Kapitel der Bush-Zeit ist nicht vergessen.

Wahrscheinlich ist keine Nation so genial darin, die eigene Geschichte, auch die Zeitgeschichte, zu vermarkten, wie Amerika. Das zeigt sich ja auch bei vielen Fernsehserien, in denen immer wieder der Irak-Krieg thematisiert wird, dazu auch bei zahlreichen Theater-Produktionen rund um den Broadway, die Themen wie Sklaverei, Krieg oder Immigration sehr handfest und ohne kapriziöse Avantgarde-Ambitionen auf die Bühne bringen.

JFK, Lincoln und Co. Wenn die Politik das Drehbuch liefert

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Aber was ist das Besondere an Filmen wie „Lincoln“, „Argo“ und „Zero Dark Thirty“? Warum sind diese Filme nicht nur erfolgreich, sondern auch wirklich gut? Weil sie echte Helden zeigen. Da ist Abraham Lincoln, der Präsident, der die Sklaverei abgeschafft hat. Tony Mendez, der Agent, der mit einem Trick während der Geiselaffäre 1979 sechs Amerikaner aus Iran geschmuggelt hat. Und die Agentin „Maya“, die unerbittlich die Jagd auf bin Laden vorangetrieben hat. Hinzu kommt: Die Helden sind keine Superhelden, das macht sie glaubhaft. Lincoln wird als Präsident gezeigt, der auch trickst und täuscht, um seine Ziele zu erreichen. Und dem Zuschauer bleibt nicht verborgen, wie blutig der Bürgerkrieg war, den er durchgefochten hat.

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Mendez denkt im entscheidenden Moment daran, seine Mission aufzugeben, betrinkt sich dann und überlegt es sich anders. Am Ende kehrt er zu seiner Familie zurück und fragt seine Frau: „Darf ich reinkommen?“ Und die Agentin Maya wird als eine besessene, einsame Frau gezeigt. Auf die Frage, was sie außer der Jagd auf Bin Laden schon geleistet hat, antwortet sie: „Nichts.“

Die 15 erfolgreichsten Filme

  • Platz 15

    „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (2001)

    Brutto-Einnahmen: 974,8 Millionen Dollar

  • Platz 14

    „The Dark Knight“ (2008)

    Brutto-Einnahmen: 1,005 Milliarden Dollar

  • Platz 13

    „Alice im Wunderland“ (2010)

    Brutto-Einnahmen: 1,024 Milliarden Dollar

  • Platz 12

    „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ (1999)

    Brutto-Einnahmen: 1,027 Milliarden Dollar

  • Platz 11

    „Fluch der Karibik 4 – Fremde Gezeiten“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,044 Milliarden Dollar

  • Platz 10

    „Toy Story 3“ (2010)

    Brutto-Einnahmen: 1,063 Milliarden Dollar

  • Platz 9

    „Fluch der Karibik 2 – Dead Man's Chest“ (2006)

    Brutto-Einnahmen: 1,066 Milliarden Dollar

  • Platz 8

    „James Bond – Skyfall“* (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,079 Milliarden Dollar

    *vorläufige Zahlen, läuft noch im Kino

  • Platz 7

    „The Dark Knight Rises“ (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,081 Milliarden Dollar

  • Platz 6

    „Herr der Ringe 3 – Die Rückkehr des Königs“ (2003)

    Brutto-Einnahmen: 1,120 Milliarden Dollar

  • Platz 5

    „Transformers 3 – Dark of the Moon“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,124 Milliarden Dollar

  • Platz 4

    „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,328 Milliarden Dollar

  • Platz 3

    „Marvel's The Avengers“ (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,512 Milliarden Dollar

  • Platz 2

    „Titanic“ (1997)

    Brutto-Einnahmen: 2,185 Milliarden Dollar

  • Platz 1

    „Avatar“ (2009)

    Brutto-Einnahmen: 2,782 Milliarden Dollar

Die Filme funktionieren in Amerika gut vor dem Hintergrund eines (im Vergleich zu Deutschland) ungebrochenen Verhältnisses zur eigenen Geschichte. Sie schaffen es aber auch, ihre Heldengeschichten mit einer Portion Kritik zu verbinden. Vor allem „Zero Dark Thirty“: Der Film zeigt „Verhörmethoden“ der CIA, die unzweideutig als Folter dargestellt werden. Das löst eine interessante Diskussion aus: Der Film dramatisiert die Bedeutung dieser Methoden, rechtfertigt sie damit aber auch. Die CIA spielt die Bedeutung herunter – macht sie damit aber noch zweifelhafter.

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