Kultur + Literatur

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Product Placement bei Bond: „Mein Name ist Brand, James Brand“

Britischen Kinogängern ist das Sponsoring im neuen James-Bond-Film „Skyfall“ bereits übel aufgestoßen. Doch das eigentlich Überraschende ist:  Die Produzenten haben sich im Vergleich zu früher sogar zurückgehalten.

LondonNoch bevor die britische Popsängerin Adele den Titelsong zum neuen James-Bond-Film „Skyfall“ singt und der Vorspann über die Kinoleinwand flimmert, haben die Produzenten bereits einen ihrer Geldgeber in Szene gesetzt: den Uhrenhersteller Omega. Sekundenlang ist die Kamera auf die Uhr gerichtet, während James Bond in den Tiefen eines reißenden Flusses versinkt.

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Von diesen ersten Minuten des Films an ist klar: James Bond, der berühmteste Geheimagent der Kinogeschichte, arbeitet nicht nur im Auftrag seiner Majestät. Nein, der Mann steht auch stets im Dienst des Werbekunden, um einen Teil der hohen Filmproduktionskosten bereits vor dem Verkauf der ersten Kinokarte hereinzuholen.

„Skyfall“-Fakten

  • Ortswechsel

    M (Judi Dench) ist umgezogen und residiert nun im ehemaligen Zuhause des 2011 gestorbenen Komponisten John Barry; er hatte Musik für zwölf Bond-Filme geschrieben und auch die 007-Erkennungsmelodie komponiert.

  • Frau am Steuer?

    Naomie Harris wurde als Fahrerin bei der Eröffnungs-Verfolgungsjagd durch die Straßen Istanbuls in einigen Szenen von einem Mann gedoubelt - dem mehrfachen britischen Rallye-Champion Mark Higgins.

  • Vom Winde verweht

    Bonds Krawatte musste bei der Motorradverfolgungsjagd in Istanbul mit einem Gewicht beschwert werden, damit sie Daniel Craig nicht ins Gesicht wehen konnte.

  • Klebriger Asphalt

    Um ein Wegrutschen der Motorräder auf den Straßen zu verhindern, wurde Brause auf den Asphalt gespritzt.

  • Déjà-vu

    Von dem Anzug, den Bond in der Eröffnungssequenz trägt, gab es 85 Ausgaben.

  • Immer wieder DB5

    Zum sechsten Mal kommt in einem Bond-Film der Aston Martin DB5 zum Einsatz; der erste Auftritt des Modells war in "Goldfinger" (1964).

  • Kugelhagel

    Bei der Waffenausbildung wurden mehr als 200.000 Schuss Munition verballert.

  • Statisten-Statistik

    Bei einer späteren Verfolgungsjagd im Zentrum Londons kamen 750 Statisten, 100 Fahrzeuge im Hintergrund sowie 300 Mitglieder der Crew zum Einsatz.

  • Aus der Rolle gefallen

    "Skyfall" ist der erste Film, den der neunfach Oscar-nominierte Kameramann Roger Deakins ("No Country For Old Men", "Der Vorleser") nicht auf Zelluloid, sondern digital gedreht hat.

Dieses Mal, beim 23. James-Bond-Film, der am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, gehören neben Omega der Luxusautobauer Aston Martin, der Brauereikonzern Heineken und der Elektronikhersteller Sony dazu. Nach Medienberichten sollen Lizenzverträge über gut 45 Millionen Dollar abgeschlossen worden sein. Insgesamt soll die Produktion mehr als das Dreifache verschlungen haben.

In Großbritannien, wo der Film seit dem vergangenen Wochenende in den Kinos läuft, haben Kritiker daher bereits den legendären Vorstellungssatz der Doppelnull abgewandelt – in „Mein Name ist Brand, James Brand.“ Und Kinogänger auf der Insel ließen in Dutzenden von Kommentaren über den Kurznachrichtendienst Twitter ihrem Ärger über die Schleichwerbung freien Lauf. Es sei obszön, wie viel Produktplatzierungen man in dem Film untergebracht habe, schrieb zum Beispiel Alexander Badrick. Ähnlich fiel der Tenor bei Jayne Rodgers aus: „Die Schleichwerbung ist ja geradezu unerträglich.“

James Bond wäre ein teurer Agent Was 007 den deutschen Steuerzahler kosten würde

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Dabei haben sich die Produzenten bei dieser Folge sogar zurückgehalten. Es gibt keine plumpen Dialoge über die Werbeprodukte wie etwa in „Casino Royal“. Dort wird Bond in einer Szene gefragt, ob er eine Rolex trägt. „Nein, eine Omega“, antwortet er. Und die Einnahmen aus Lizenzverträgen liegen bei „Skyfall“ auch deutlich unter denen der Vorgängerfilme. Jeweils etwa 100 Millionen Dollar soll die Produktplatzierung in „Casino Royal“ und in „Ein Quantum Trost“ eingebracht haben.

  • 05.11.2012, 11:03 Uhrrudolfrunge

    sehr gut kommentiert, dem kann ich mich nur anschließen !

  • 02.11.2012, 18:29 Uhrleser

    Abgesehen davon, dass der Artikel ansehnlich geschrieben ist: Bond ist kein Vorreiter des Productplacements, Opportunist, der er ist, schwimmt er lediglich auf einer ganz neuen Idee: Man könnte Werbung auch in Spielfilme einbinden.
    Johannes Mario Simmel, weißgott kein schlechter Schreiber, hatte sich in seinen Romanen mit Markennamen ebenso befaßt wie es Hedwig Courths-Mahler auch getan hatte.
    Werbung gibt es seit es Mann und Frau gibt. Daher vielleiht auch die Gefühlsseligkeit von Werbeunternehmen, die für einen Pitch sogar ihre Großmütter verkaufen sollen, wie das Branchenorgan Werben und Verkaufen nicht müde wird anzustimmen.

    Indes: Der Weg vom Kinosessel oder Fernsehsessel zum POS ist weit. Apple hat das gelöst: der Weg kann nicht weit genug sein - so eigenartig er auch beschritten werden mag.

  • 01.11.2012, 23:26 UhrBolle

    Danke, warwohlnix, was passiert denn noch in dem Film? Dann brauch ich ihn nicht mehr sehen. So ein...

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