Das Leben als Zeitreisender birgt aber auch Gefahren. Modewörter aus dem falschen Jahrtausend führen ebenso zu kritischen Fragen wie Songtexte aus den 80ern. Zudem lebt Epping ein Doppelleben. Er muss sicher sein können, dass Oswald ein Einzeltäter war. Das kostet viel Zeit auf den Spuren des zukünftigen Attentäters. Plus: Die Vergangenheit will nicht verändert werden - und wehrt sich.
Strenge Leser mögen einwenden, dass die Wendungen am Anfang des Buches ein wenig aufhalten, aber da gibt es 1000-Seiten-Wälzer, die langsamer in die Gänge kommen.. Die Ich-Perspektive ist nicht jeder King-Leser gewohnt, aber der Versuch hat sich gelohnt.
Die historischen Fakten mögen US-Lesern, denen das Schicksal von JFK näher ist, nutzbringender erscheinen als den meisten deutschen, spannend ist es aber allemal, mehr über dieses Drama zu erfahren. Und am Ende bleibt ein King ein King: keine Literatur vom anderen Stern, aber phantastisch erzählte, irre spannende Popcorn-Erzählung.
Und so ganz nebenbei hat Stephen King auf der Promo-Tour aus dem Nähkästchen geplaudert. Dem „Spiegel“ sagte der US-Autor, dass er einige seiner Romane betrunken geschrieben hat: „Ich habe jede Nacht einen Kasten Bier getrunken. Abends konnte ich kein Bier im Kühlschrank lassen. Ich musste es in den Abfluss schütten, weil ich sonst wieder aufgestanden wäre, um weiterzutrinken“, sagte der 64-Jährige dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
„Ich habe funktioniert, was die Arbeit betrifft“, berichtete der bekennende Alkoholiker weiter. Allerdings könne er sich nicht mehr daran erinnern, seinen Roman „Cujo“ (1981) geschrieben zu haben. Im Oktober 1988 habe er zum letzten Mal Alkohol getrunken.
Bibliografie
Stephen King
Der Anschlag
Heyne Verlag, München 2012
1056 Seiten
26,99 Euro
Nope, als Bachmann hat er nur geschrieben, wenn es nicht mehr als eine Skizze war. Das hier ist im Grunde das erste Buch, daß er eigentlich schreiben wollte. Sieht ganz so aus, als hätten Sie es weder egelesen noch gehört.
Früher hat er sowas als Richard Bachman geschrieben.
Stephen King ist einfach der Charles Dickens unserer Tage.
Was den Anfang betrifft, ja, der wuchert tatsächlich ein wenig aus und ich hätte mir gegen Ende ein bißchen mehr als das kurze Gespräch mit Al und die dahingehuschte Zeichnung der Konsequenzen erwartet, aber was soll's - das traurig schön Ende versöhnt dann doch wieder.
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