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Robert Harris im Interview: „Das Finanzmonster existiert bereits“

Torsten Riecke sprach mit dem britischen Schriftsteller Robert Harris über Macht, sein neues Buch „Angst“ und warum ihn dafür sogar seine 86 Jahre alte Schwiegermutter gelobt hat.

Schriftsteller Robert Harris in seinem Haus in Berkshire. Quelle: dpa
Schriftsteller Robert Harris in seinem Haus in Berkshire. Quelle: dpa

DüsseldorfHandelsblatt: Herr Harris, warum haben Sie sich ausgerechnet die Finanzmärkte für ihr neuestes Buch ausgesucht?

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Harris: Ich habe mich immer für Macht interessiert. Das ist allen meinen Büchern gemeinsam. Vor zwölf Jahren hatte ich mir dann vorgenommen, eine neue Version des Buches „1984“ von  George Orwell zu schreiben. Ich hatte das Gefühl, dass nicht länger der Staat die größte Bedrohung für die Freiheit ist, sondern Unternehmen, die mondernste Informationstechnologien nutzen. Nachdem ich dann noch das Buch von Bill Gates über das digitale Nervensystem unserer Wirtschaft („Digitales Business“) gelesen hatte, wurde mir klar, dass wir uns in einer orwellhaften Welt befinden. So entstand die Idee einer superintelligenten Firma, die auf den Menschen völlig verzichten kann.

Warum hat es dann noch so lange gedauert?

Ich habe die Idee zunächst zur Seite gelegt, weil ich nicht richtig voran kam. Erst nach dem Finanzcrash 2008 kam ich darauf zurück. Nutzen die Finanzmärkte mit ihrem algorithmischen Handel doch genau diese technische Superintelligenz. Ich sprach also mit Hedge-Fonds-Managern und begann das Buch  zuschreiben.

Und dann kam auch noch der Flash-Crash an der Wall Street Ihnen zu Hilfe?

Ich hatte gerade mit dem Buch begonnen, da passierte es. Ich bekam Einblick in den Bericht der US-Börsenaufsicht SEC und das war wie eine Enthüllung: Ich verstand plötzlich, wie die Finanzmärkte funktionieren und welche Rolle die in Millisekunden gemessene Geschwindigkeit im Handel spielt.

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