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Die Shortlist: Anschläge auf den Wohlstand

Islamistische Anschläge treffen nicht nur die Menschen, sie schwächen auch das Wirtschaftssystem. Das Buch „Der Angriff“ von Ulrich Schäfer zeigt, wie empfindlich die Marktwirtschaft auf den Terror reagiert.

Am 11. September 2001 wollten die Terroristen ins Herz der Marktwirtschaft treffen. Wie das Buch von Ulrich Schäfer herausarbeitet, schadet der Terror von Al-Kaida auch dem Wohlstand der Gesellschaft insgesamt. Quelle: AFP
Am 11. September 2001 wollten die Terroristen ins Herz der Marktwirtschaft treffen. Wie das Buch von Ulrich Schäfer herausarbeitet, schadet der Terror von Al-Kaida auch dem Wohlstand der Gesellschaft insgesamt. Quelle: AFP

DüsseldorfAls am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center krachen, ist das nicht nur der schlimmste Terrorangriff, den die USA je hinnehmen mussten – sondern auch der Auftakt zu einem Wirtschaftskrieg gegen die westliche Welt. Und vielleicht ist es sogar viel eher der Auftakt zu einem Krieg um Wohlstand und Geld als einfach „nur“ ein terroristischer Akt von Gotteskriegern. Das jedenfalls behauptet – und belegt – der Journalist Ulrich Schäfer in seinem Buch „Der Angriff“.

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Der Wirtschaftsjournalist hat sich nicht von der religiösen Propaganda der Terroristen, die unter dem Label El Kaida seit jenem 11. September Tod und Verwüstung in der westlichen wie mittelöstlichen Welt verbreiten wollen, blenden lassen, sondern schaut akribisch hinter die Oberfläche der Radikalislamisten. Und was dort zum Vorschein kommt, sollte alle Verantwortungsträger in der westlichen Welt viel mehr beunruhigen als die Furcht vor einzelnen Terroranschlägen.

Es ist das große Ziel, das Osama bin Laden einst ausgab und das seine Nachfolger noch immer verfolgen: die Zerstörung von all jenem Wohlstand, den westliche Demokratien und Marktwirtschaften in den vergangenen Jahrzehnten geschaffen haben.

Minutiös – wenn auch etwas redundant – beschreibt Schäfer nicht nur, wie die Anschläge vom 11. September schon den Keim für die Finanz- und Weltwirtschaftskrise seit 2008 setzten, sondern auch, wie die im Antiterrorkampf eingesetzten Instrumente nach und nach all jene Impulse absterben lassen, die in der Marktwirtschaft für ständige Wohlstandserneuerung sorgen: vor allem die Freiheit von Menschen und den freien Güterverkehr.

El Kaida, weist Schäfer anhand sorgfältigem Quellenstudiums nach, hat die Anschläge des 11. September zeitlich nicht zufällig gewählt. Am Ende der New-Economy-Blase wollten die Terroristen gezielt eine verunsicherte Volkswirtschaft treffen. Ihr Kalkül: Ohnehin schon von Krisen geplagt, werden US-Regierung und Notenbank nach einem Anschlag alles tun, um die Wirtschaft zu beruhigen – also für billiges Geld und hohe Staatsausgaben sorgen. Und Regierung und Notenbank taten Bin Laden den Gefallen.

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