Deutscher Wirtschaftsbuchpreis

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Wirtschaftsbuchpreis: Die Ökonomie von Gut und Böse

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis geht in diesem Jahr an den tschechischen Ökonomen Tomáš Sedláček für „Die Ökonomie von Gut und Böse“. Die Jury lobte, dass das Buch dazu anrege, „Wirtschaft neu zu denken“.

Preisverleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises in Frankfurt. Preisträger Tomáš Sedláček (zweiter von links) mit Gabor Steingart Chefredakteur Handelsblatt (links), Alexander Dibelius und Dorothee Blessing (beide Goldman Sachs). Quelle:
Preisverleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises in Frankfurt. Preisträger Tomáš Sedláček (zweiter von links) mit Gabor Steingart Chefredakteur Handelsblatt (links), Alexander Dibelius und Dorothee Blessing (beide Goldman Sachs). Quelle: 

FrankfurtFestlich war die Gala am Donnerstagabend in Frankfurt, bei der der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis zum sechsten Mal verliehen wurde. Spannend blieb es für die mehr als 200 Gäste bis zum letzten Moment, welches der zehn Bücher der Shortlist die Jury hatte überzeugen können. Eingestimmt wurden sie von Ex-Kanzleramtschef Bodo Hombach, der in seiner Rede nachdenklich und launig zugleich die Qualitäten der Finalisten rühmte.

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„Wir prämieren dieses brillant geschriebene Wirtschaftsbuch, weil es uns dazu anregt, Wirtschaft neu zu denken“, erklärte der Jury-Vorsitzende Gabor Steingart, Chefredakteur des Handelsblatts. „In Zeiten von Staatsschuldenkrise und Eurorettung in Permanenz erinnert uns Sedláček daran, dass Wirtschaft nicht ein großer Geldautomat ist, sondern eine ethische Veranstaltung, bei der es vielmehr um beides geht: um Wohlstand und um Freiheit.“ Sedláček frage nach der Rolle der Wirtschaft in der Gesellschaft, heißt es in der Begründung der Jury. Das Buch ziehe den Leser mit seinem breit gespannten historischen Bogen in den Bann und rege zum Nachdenken darüber an, wie unser Wirtschaftssystem jenseits von Wachstumsglaube und Verschuldungspolitik aussehen soll.

Der 1977 geborene Tomáš Sedláček, Makroökonom der größten tschechischen Bank CSOB, ehemaliger Berater von Vaclav Havel, Mitglied im Nationalen Wirtschaftsrat seines Landes und Hochschullehrer an der Prager Karls-Universität, plädiert in seinem Buch für ein neues Verständnis von Wirtschaft - weg von Formeln, Kurven und mathematischen Modellen zu einer ethischen Auffassung. „Expeditionen über die Grenzen der Ökonomie hinaus sind notwendig, wenn wir die Welt des 21. Jahrhunderts verstehen wollen“, schrieb Vaclav Havel im Vorwort.

Das Buch des Preisträgers Ein Plädoyer für ein vernünftiges Wachstum

Tomáš Sedláček gibt der Kritik an der Ökonomik ein Fundament. Das dauert 448 Seiten, die aber sehr unterhaltsam erzählt sind.

Das Buch des Preisträgers: Ein Plädoyer für ein vernünftiges Wachstum

„Die Ökonomie von Gut und Böse“ ist im Frühjahr im Hanser Verlag erschienen. Das Buch ziehe den Leser mit seinem breit gespannten historischen Bogen in den Bann, heißt es in der Begründung der Jury.
Zu den Juroren gehörten Ann-Kristin Achleitner, TU München, Simone Bagel-Trah, Aufsichtsratsvorsitzende Henkel, Dorothee Blessing und Alexander Dibelius, Goldman Sachs AG, Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Lutz Goebel, Henkelhausen und Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Klaus-Peter Gushurst, Booz & Co., Frank Mattern, McKinsey, und der Sieger des Vorjahres, Joachim Käppner.

„Wirtschaft verstehen“ ist das Motto des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises, den das Handelsblatt, Frankfurter Buchmesse und die Investmentbank Goldman Sachs ausloben.

Die Shortlist Das sind die zehn besten Wirtschaftsbücher 2012

Eine hochkarätige Jury hat unter der Leitung von Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart aus der Shortlist, die die Handelsblatt-Redaktion aus den Einsendungen zusammengestellt hat, das Siegerbuch bestimmt.

Die Shortlist: Das sind die zehn besten Wirtschaftsbücher 2012

  • 12.10.2012, 21:28 UhrBent_Rosinski

    Warum geben hier Menschen Kommentare zu einer Buchwuerdigung ab, obwohl sie dieses ohne Zweifel gar nicht gelesen haben?
    Die Ökonomie von Gut und Böse ist mit Abstand das intelligenteste, weil weitreichendste "Wirtschaftsbuch", was ich seit Jahren gelesen habe. Es zieht einen grossen kulturgeschichtlichen Bogen, der einem verstehen hilft, warum das Wachstumsdiktat als Imperativ unserer Zeit uns zwar materiell reicher, aber nicht zufriedener macht.
    Für mich eine Pflichtlektüre für jeden, der mal über seinen eigenen ökonomischen Tellerrand schauen möchte.

  • 12.10.2012, 10:36 UhrRüdiger_Kalupner

    Lieber @statesman, es stimmt leider nicht, dass alles 'was man wissen muß' im HB steht - vielleicht nach dem Tag X einmal.

    Bis dahin muß man, um Wirtschaft jenseits von Wachstum und Schulden zu denken und realisieren, meine/die Website der DIE KREATIVEN lesen. Dort liefere ich einen evolutionsprozess-kybernetischen und chaosphysikalischen Erkenntnisstand, der dereinst die Grundlage aller globalisierten Industriestaaten sein wird. Angela Merkel steht mit ihrer UN-Initiative vom Jan 2009 'CHARTA für nachhaltiges Wirtschaften' auf dieser Erkenntnisgrundlage.

    Ich habe Herrn Sedlacek gemailt. Er antwortet, dass er sie nicht verstehen kann, weil meine Texte nicht in Englisch vorliegen.

  • 12.10.2012, 09:56 Uhrdenk.mal

    @mandrose

    Wenn es denn nur die "Tabellenschubser" wären. Die totale Unfähigkeit der Verbraucher, sich jeden Tag zu vergegenwärtigen, wie viel Umweltsünde, Kinderarbeit, Ausbeutung und Instantprofit sie mit dem Griff ins Regal kaufen, ist der wahre Grund. Da helfen auch Verbraucherportale und Zertifikate nichts, und das ist auch nicht die Schuld der Verbraucher. Es ist schlicht unmöglich, sich in sinnvoller Zeit umfassend über das "Gesamtpaket" Produkt plus dessen Gesamtbilanz zu informieren.

    Das geht in Einzelfällen anders, wenn ich den Bauern wirklich kenne und nichts zukaufe. Aber sobald das System größer wird, ist in Wahrheit Schluss damit.

    Und dann zählt Preis und Image. Und damit wieder die Psychologie: Wir wollen doch das Gefühl einer stetigen Verbesserung haben.

    Und ein paar Mal im Jahr denken wir an unser Dasein nach dem Abeitsleben. Und dann denken wir an Renditen, und spätestens dann können wir nicht mal im Ansatz die nötige Menge Informationen objektiv einsammeln, um diesen Interessnskonflikt in uns selbst im Einklang mit unserem Wertesystem zu lösen.

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