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Alte Meister: Ausdrucksstarke Porträts sind begehrt

Bei den New Yorker Altmeisterauktionen von Christie’s und Sotheby’s gab es Überraschungssieger und herbe Enttäuschungen.

Canalettos „Venice, a view of the churches of the Redentore and San Giacomo“: Verkauft für 5,7 Millionen Dollar. Quelle: Reuters
Canalettos „Venice, a view of the churches of the Redentore and San Giacomo“: Verkauft für 5,7 Millionen Dollar. Quelle: Reuters

New YorkDas dünne Angebot der wichtigen New Yorker Auktionen versteckte die Schmankerln unter bekannter Händlerware, Falschzuschreibungen, überrestaurierten, überpreisten oder langweiligen Bildern. Beide Versteigerer fuhren im schrumpfenden Markt kaum die unteren Erwartungen ein.

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Aber Christie’s freute sich: Das Haus hatte dem New Yorker Platzhirschen Sotheby’s Marktanteile abgejagt. Dabei enttäuschte das an neue Sammler gerichtete süßliche Angebot der Spezialauktion „The Art of France“. Der Termin kollidierte mit dem chinesischen Neujahrsfest.

Vor allem Ungewöhnliches und Neuentdeckungen wurden weiterhin umkämpft. Bei Christie’s tauchte Thomas de Keysers feines, kleines Männerporträt im braunen Wams zu 300.000 bis 500.000 Dollar auf, das über 90 Jahre in einer Privatsammlung verschwunden war. Der heute kaum noch bekannte de Keyser galt neben Frans Hals und Rembrandt als einer der besten holländischen Porträtmaler des 17. Jahrhunderts. Um die Händler Otto Naumann und Jonathan Green auszustechen, musste die National Gallery of Art, Washington, da schon 1,5 Millionen Dollar aufbieten.

Kunstmarkt

Auch Gerrit Dous mit feinem Pinsel gemalte junge Dame am Klavichord kam nach langer Zeit wieder auf den Markt. Hier setzte sich der Händler Johnny van Haeften zur dreifachen Taxe bei 3,3 Millionen Dollar durch.

Spontane expressive Pinselführung wird heute geschätzt, und ein erst kurz vor der Auktion zweifelsfrei an Frans Hals gewiesenes Männerporträt aus dem Nachlass der Filmdiva Elizabeth Taylor brachte über zwei Millionen Dollar ein. Auch Giambattista Tiepolos „Ankunft von Henri III in der Villa Contarini“ im Jahr 1574, eine erstaunlich frische, große Ölstudie zum heute weitgehend zerstörten Fresko (um 1750) hatte bei 5,9 Millionen Dollar einen sehr erfolgreichen zweiten Auktionsauftritt.

Dagegen endete Hans Memlings kleines Rundbild „Maria mit dem Kinde“ (um 1490), das an die wachsende internationale Sammlerschaft für Goldgrundgemälde appellierte, auf Christie’s Rückgangsliste. Mit einer Garantie und der Taxe von sechs bis acht Millionen war es Sotheby’s abgejagt worden. Der Markt reagierte gelangweilt. Das fromme Gemälde hatte schon zu lange in einer New Yorker Galerie gehangen. Bei einer halbierten Erwartung hätte man vielleicht einen zweiten Blick riskiert.

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