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Antiquariat: Von der kostbaren Prachtbibel bis zum witzigen Plakat

Von historisch bedeutend bis zoologisch skurril präsentiert sich das Angebot der Antiquariatsmessen Antiquaria Ludwigsburg und Antiquariatsmesse Stuttgart. Die Stärke der beiden Veranstaltungen liegt in ihrer Beständigkeit und dem, was sich zwischen den Buchdeckeln eröffnet.

Ausschnitt eines Plakats von 1920 bei Petra Bewer. Quelle: Petra Bewer
Ausschnitt eines Plakats von 1920 bei Petra Bewer. Quelle: Petra Bewer

BerlinDas Messeduo Antiquaria in Ludwigsburg und Antiquariatsmesse Stuttgart läutet traditionell das Jahr der Buchfreunde ein. Die beiden Veranstaltungen spiegeln in ihrer Konstanz die kaum modischen Trends hinterherhechelnde Szene wider.

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So wartet die größere Messe in Stuttgart beständig mit knapp 90 Ausstellern auf, von denen rund ein Viertel aus dem Ausland stammt. Auch das Angebot bewegt sich auf gewohnt hohem Niveau. Das teuerste Werk zeigt, wie meistens, Heribert Tenschert mit seinem Antiquariat Bibermühle aus Ramsen in der Schweiz. Dieses Jahr ist es eine Bologneser Prachtbibel für Karmeliter aus der Zeit um 1300 von dem Schreiber Magister Cabrinus aus Cremona, illuminiert von der Werkstatt des Jacopino da Reggio, zum Preis von 850 000 Euro.

Doch hinter dem vermeintlich immer Gleichen verbergen sich spannende Entdeckungen. Das Rosenheimer Antiquariat Ralf Eigel präsentiert „wohl das einzig existierende Dokument, das ein Beispiel von Omais Handschrift enthält“. Es handelt sich dabei um einen unterschriebenen Brief des ansonsten schreibunkundigen Omai an James Cook. Omai war der erste Polynesier, der nach Europa reiste. Das einmalige Schriftstück kostet 75 000 Euro. Hochkarätig und entsprechend teuer sind auch die „Collectiones Peregrinatiorum in Indiam Occidentalem“ der Frankfurter Theodor de Bry und Johann Theodor de Bry. Diese Sammlung zählt zu den wichtigsten Reiseberichten der Frühen Neuzeit. Patzer und Trenkle aus Konstanz erwarten dafür 90 000 Euro.

Passend zur Jahreszeit stellt Brockhaus/Antiquarium aus Kornwestheim seinen Katalogeintrag unter das Motto „Eiskalt erwischt“ und präsentiert dort ausschließlich Literatur zur Polarforschung.

Die Rom-Ansichten Giovanni Battista Piranesis sind auf Antiquariatsmessen immer zu finden, seltener jedoch komplett wie dieses Jahr bei der Libreria Editrice Goriziana aus Modena, die einen Band der „Vedute di Roma“ in einer Ausgabe aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für 44 000 Euro anbietet.

Einen sehr speziellen Fund hat das Antiquariat Elvira Tasbach aus Berlin gemacht: 32 Zeichnungen von Militärflugzeugen, die der berühmte Weltkrieg-1-Flieger Ernst Udet zwischen 1917 und 1941 angefertigt hat. Die Sammlung kostet 30 000 Euro.

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