
PARIS. Japanische Holzschnitte, Zeichnungen, Bücher und Gemälde aus dem Lager und der Privatsammlung der verstorbenen Japan-Kunsthändlerin, Huguette Berès, kommen vom 16. bis 19. September im Drouot-Montaigne bei dem Auktionshaus Pierre Bergé & Associés zur Versteigerung. An den vier Auktionstagen werden vier Kataloge mit mehr als 1900 Losen Kunstwerke angeboten, die Huguette Berès seit 1952 zusammengetragen hatte und die ihre Tochter Anisabelle Berès-Montanari durch weitere Ankäufe ergänzt hatte. Nach dem Tod von Huguette Berès brachte ihre Erbin bereits am 27. November 2002 und am 25. November 2003 insgesamt 394 Lose bei Sotheby's Paris zur Versteigerung. Sie spielten zusammen mehr als 6 Mio. Euro ein. Die 86 damals zurückgereichten Lose, die im Preisspitzenbereich lagen und viel zu hoch taxiert waren, sind in die kommende Auktionsserie integriert, wie der englische Experte der Auktion, Robert Sawers, bestätigt. Der Katalog kann im Internet aufgerufen werden, die gedruckte Version erscheint erst am 1. September.
Wer findet den richtigen Preis?
In der Sammlung Berès fanden sich die bedeutenden Künstler des japanischen Holzschnitts, der ab 1670 in Japan sehr verbreitet war und sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Europa, besonders in Frankreich, großer Beliebtheit erfreute. Viele Preise liegen im vierstelligen Bereich, etliche aber auch im gehobenen fünfstelligen Bereich. Dem spezialisierten Handel zufolge sind einige Preisvorstellungen von Anisabelle Berès-Montanari ziemlich überhöht. Hinter vorgehaltener Hand spricht man sogar von "Provokation" - mit Blick auf die schwankende Qualität der Holzschnitte.
Paris als Umschlagplatz für Ukiyo-e
Die Holzschnitte hießen während der Edo-Zeit (1603-1863) "Ukiyo-e" oder die "Bilder der schwebenden Welt". Auf dem Sektor der angebotenen japanischen Bücher, der Spezialität des Experten Sawers, lägen die Preise wesentlich realistischer, meinen die Spezialisten. Die letzte, mit Topqualität bestückte Pariser Auktion mit japanischen Holzschnitten fand im Hôtel Drouot durch die Versteigerergruppe Piasa am 16. Oktober 2009 statt. Sie war ein großer Erfolg: für 256 angebotene und verkaufte Lose setzte Piasa 2,6 Mio. Euro um. Der Handel aus aller Welt, ca. 30- 40 Händler, reisten dafür extra nach Paris.