Kunstmarkt

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Auctionata: Kalkulierter Aufreger

Der Online-Versteigerer Auctionata bringt sich auf dem lokalen Kunstmarkt mit einem zweifelhaften Ölbild in Stellung. Vermutlich handelt es sich um einen Marketing-Gag.

Das angeblich von Oskar Kokoschka 1925 gemalte Ölgemälde "Rosen II". (Ausschnitt) Quelle: Auctionata 2012
Das angeblich von Oskar Kokoschka 1925 gemalte Ölgemälde "Rosen II". (Ausschnitt) Quelle: Auctionata 2012

WienSchatz oder Plunder? Dieserart titelte jüngst ein Newsletter des seit einigen Monaten in Deutschland aktiven Unternehmens Auctionata. Aktiv im Sinne des Akquirierens für seinen Online-Kunsthandel, der hauptsächlich über den Shop läuft. Ab dem ersten Quartal 2013 soll es dann auch wöchentliche Auktionen geben. Insofern mag der Blick auf die Website ein wenig verwirren: Ebendort findet sich ein „Best of“ bezeichneter „Zusammenschnitt der besten Szenen aus unseren letzten Online-Saalauktionen“. Dabei handelt es sich nach Angaben von CEO Alexander Zacke um „eine Webmontage“, die auf einigen bislang abgehaltenen Testversteigerungen (Umsatz Ende September: 250.000 Euro) basiert. Die Darsteller, darunter Notar und Sensale (Bieter im Auftrag von Kunden) sind Synchronisatoren bzw. Schauspieler. Ausgenommen davon sei Auktionator Fabian Markus, der künftig auch als solcher fungierte.

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Am 7. Dezember veranstaltet Auctionata nun die erste Katalogauktion, die vom Studio am Berliner Kurfürstendamm aus via Live-Stream übertragen wird. Als „weltweit erste Online-Kunstauktion in der Geschichte des Internets“, bezeichnet Auctionata diese vollmundig. Dahinter steht eine eigens (in Bratislava) entwickelte und mittlerweile patentierte Technologie, die eine verzögerungsfreie Übertragung in Fernseh-Qualität und eine zuverlässige Synchronisation gewährleistet. Kurz, über diesen Grad der Echtheits-Interaktion avanciert diese Auktion zur „Weltpremiere“.

Ramsch-Status zum Debüt

Vergangenes Wochenende übermittelte man allen registrierten Usern via Newsletter den zugehörigen Auktionskatalog, ein PDF-Dokument das insgesamt 100 Objekte umfasst. Lauter Schätze oder auch Plunder? Die hier versammelte Bandbreite lässt sich wohl am treffendsten mit dem Begriff „Varia“ umschreiben und ist vom Qualitätslevel etablierter Auktionshäuser doch deutlich entfernt.

Und, zumindest in einem Fall verhängte die Fachwelt bereits im Vorfeld den Ramsch-Status. Konkret für Lot „Nr. 9“, das „Ölgemälde Rosen II von Oskar Kokoschka, 1925“. Ein Bild, das laut Auctionata seit langem verschollen gewesen sein soll, dessen Erwerb jedoch – so steht es im Katalog geschrieben – ausdrücklich „auf eigenes Risiko“ erfolge, da es Zweifel an der Authentizität des Ölgemäldes gebe.

So knapp die Angaben im Katalog sind, so ausführlich wird die „unglaubliche Geschichte, die mittlerweile drei Generationen von Sammlern und Experten in Atem hält“, dann auf der Website geschildert. In einer detaillierten Transparenz, die eher einen geschickten Marketinggag als einen ernsthaft geführten Expertendisput vermuten lässt. Denn Unsicherheiten in punkto Echtheit bringen einen in der Post-Beltracchi-Ära definitiv ins Gespräch, wenn schon nicht ins Geschäft. Für den Rufpreis von 5.000 und einem Schätzwert von 15.000 Euro gibt es keine Kokoschka-Ölgemälde, das weiß jeder.

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