
LONDON. Mit ihren Bilanzen bzw. Umsatzergebnissen haben die globalen Auktionsgiganten Sotheby's und Christie's bestätigt, wie schnell und kraftvoll sich der Kunstmarkt von seinem Beinahe Kollaps im Herbst 2008 wieder erholt. Beim Kunstumsatz, an dem die beiden Konkurrenten ihren erbitterten Wettbewerb messen, lag Christie's im ersten Halbjahr 2010 mit 2,6 Mrd. Dollar vor Sotheby's mit 2,2 Mrd. Dollar. Gegenüber dem Vorjahreshalbjahr war das bei Christie's eine Steigerung von 46 Prozent, bei Sotheby?s dagegen von 116 Prozent. Christie's Wachstum fällt bescheidener aus, weil das Auktionshaus im ersten Halbjahr 2009 durch die Yves Saint Laurent-Pierre in Paris ein untypisch starkes Ergebnis hatte.
Sotheby's liegt nach einem halben Jahr nur noch 400 Mio. Dollar unter dem Gesamtjahresumsatz von 2009, der 2,8 Mrd. Dollar betrug. Den historisch höchsten Umsatz hatte Christie's mit 6,3 Mrd. Dollar im Kunstmarkt Boomjahr 2007. Sotheby's lag damals bei 5,3 Mrd. Dollar.
Kunst als Wertbewahrer
"In der ganzen ersten Jahreshälfte 2010 war das globale Vertrauen in den Kunstmarkt zu sehen und wir erwarten, dass sich dies in den Auktionen im Herbst fortsetzt", kommentierte Christie's Chef Edward Dolman. Er nimmt die 169 Kunstwerke, die sein Haus in diesem Jahr bereits für Preise von über 1 Mio. Pfund versteigerte als Beweis für die unangefochtene Rolle der Kunst als Wertbewahrer. Christie's verbuchte auch den Rekord für das teuerste Werk der Saison: Mit Picassos "Nude, Green leaves and Bust" für 106 Mio. Dollar lag es knapp vor der von Sotheby's für 65 Mio. Pfund oder 104 Mio. Dollar versteigerten Giacometti-Skulptur des Schreitenden.
Kunst der Moderne führt
Klar ist, dass Moderne Kunst und Impressionisten weiter die Marktführerschaft vor der Contemporary Art haben. Christie's setzte in dieser Sparte 568,6. Mio. Pfund um, gegenüber 307 Mio. Pfund für die Contemporary Art. Aber die größten Impulse für die weitere Erholung könnten nun wieder von der zeitgenössischen Kunst kommen.