Kunstmarkt

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Christie's: Internet als Wachstumstreiber

Christie’s macht 2012 fast 6,3 Milliarden Dollar Umsatz. Das Jahresergebnis reicht fast an das Rekordjahr 2007 heran. Verantwortlich sind die Spitzenpreise und das Internet. Am meisten Kunst versteigert und verkauft hat das Auktionshaus in Europa und den USA.

Jeff Koons "Tulips" (1995-2004) wurden im November 2012 für 33,7 Millionen Dollar versteigert. Quelle: CHRISTIE'S IMAGES LTD. 2012
Jeff Koons "Tulips" (1995-2004) wurden im November 2012 für 33,7 Millionen Dollar versteigert. Quelle: CHRISTIE'S IMAGES LTD. 2012

LondonChristie’s hat sein Jahresergebnis 2012 trotz wachsender Konkurrenz und Umsatzeinbruchs der Fernostmärkte um 10 Prozent gesteigert und mit 3,92 Millionen Pfund oder 6,27 Milliarden US-Dollar fast das Allzeithoch von 2007 erreicht, als das Auktionshaus 6,3 Milliarden Dollar Umsatz mit Kunst machte. Doch Christie’s betont, dass dieses Wachstum nicht nur von immer höheren Spitzenpreisen getrieben ist, sondern von einem breit wachsenden Interesse an Kunst.

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„Mehr Menschen in mehr Plätzen der Welt sind fasziniert von Kunst und wollen Kunst kaufen“, betonte Christie’s Chef-Manager Steven P. Murphy und hob hervor, dass jeder fünfte Christie’s Käufer in 2012 ein Neukunde war. Dieser Wachstumstrend zeige sich „auf allen Ebenen des Kunstmarkts, von unter 1.000 Pfund bis über 50 Millionen“. Als wichtiges Mittel, die Partizipation weltweit zu steigern, sieht Murphy das Internet und digitale Medien. 11 Prozent mehr Besucher fanden den Weg zu Christie’s Online Portal und ein neues, exklusiv auf Online beschränktes Auktionsformat habe in der ersten Saison 39 Prozent neue Auktionskäufer angezogen.

Europa bringt mehr Umsatz als USA

„Kunst ist nicht nur für die ein Prozent“, sagte Murphy der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die Geschichten von Superpreisen und Milliardären, die oft die Nachrichtenagenda beherrschen. Allerdings wuchsen die „Private Sales“, das dezente Kunst-Brokering hinter den Auktionskulissen, in dem es sich in der Regel um Spitzenkunst handelt, erneut um 25 Prozent und stellt mit 631 Millionen Pfund (1 Milliarde Dollar) nun schon ein Sechstel des gesamten Christie’s Umsatz.

Europa liegt in Christie’s Kunstuniversum mit 1,5 Milliarden Pfund vor den USA mit 1,4 Milliarden Pfund, wobei 1,1 Milliarde Pfund auf den Standort London entfallen. Die Schweiz (177 Millionen Pfund) und Paris (156 Millionen Pfund) sind weitere wichtige Standbeine. Umsatzrückgänge von 16 Prozent verzeichnete Christie’s dagegen in Asien und dem Nahen Osten, wobei Dubai mit einem Rückgang von 46 Prozent am stärksten betroffen war.

25 Prozent Minus für asiatische Kunst

Bei den Kunstsparten und Gattungen ist die Dominanz der Contemporary Art so groß wie nie: Mit einer Umsatzsteigerung von 34 Prozent  wurde Nachkriegskunst für 986 Millionen Pfund (1,6 Millionen Dollar) verkauft. Dazu trugen Online Auktionen mit Andy Warhol Multiples aus der Warhol Foundation ebenso bei wie der Contemporary Spitzenpreis des Jahres, Mark Rothkos „Orange Red Yellow“ mit 53,8 Millionen Pfund oder 86,8 Millionen Dollar. Contemporary Art hat nun einen Anteil von 33 Prozent am gesamten Kunstmarkt. Impressionisten und Moderne liegen mit 623 Millionen Pfund an zweiter Stelle (Marktanteil 21 Prozent), die Asiatische Kunst ging um 25 Prozent auf 415 Millionen zurück, liegt aber mit einem Marktanteil von 14 Prozent immer noch vor den Alten Meistern, die trotz einer Umsatzsteigerung von 26 Prozent, die sich Christie’s hervorragender Londoner Auktion im Juli verdankt, mit 202 Millionen Pfund nur auf dem fünften Platz nach Juwelen liegen und sieben 7 Prozent des Kunstmarktes stellen – vor 30 Jahren war dies noch die führende Kategorie.

Sotheby’s wird seine Zahlen Anfang Februar mit der Jahresbilanz vorlegen. Sotheby’s Auktionsumsatz in 2012 von 4,4 Milliarden Dollar liegt aber deutlich hinter Christie’s zurück, wo 5,3 Milliarden auf das eigentliche Auktionsgeschäft entfielen.

Post-War & Contemporary Art

32.88%

Impressionist & Modern Art

20.78%

Asian Art

13.84%

Jewellery

11.97%

Old Masters & 19th Century Art

6.72%

European Furniture & Decorative Arts

5.80%

Watches

2.66%

Wine

1.86%

British & Irish Art (not incl. Old Masters)

1.85%

Books and Manuscripts

1.64%

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