Kunstmarkt

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Contemporary Art: Die Messlatte ist hoch gelegt

Die Londoner Auktionen für zeitgenössische Kunst gehen kein Risiko ein. Sie  konzentrieren sich auf krisenfeste Spitzenreiter, die mehrheitlich schon tot sind. Ob sich das gute Ergebnis von 2012 wiederholen lässt, wird die nächste Woche zeigen.

Gerhard Richter: "Wolke", 1976, Öl auf Leinwand. (Ausschnitt) Quelle: Sotheby´s
Gerhard Richter: "Wolke", 1976, Öl auf Leinwand. (Ausschnitt) Quelle: Sotheby´s

LondonDie Londoner Contemporary Auktionen vom 12. bis 15. Februar werden zeigen, ob der Markt für zeitgenössische Kunst schon eingebrochen ist, wie manche behaupten, und wir das nur noch nicht richtig mitbekommen haben. Eigentlich deutet ja nichts darauf hin. Christie’s verbuchte im letzten Jahr in diesem Segment einen Umsatzzuwachs von 34 Prozent; es gab strahlende Erfolge bei den November Auktionen in New York. Das Wirtschaftsvertrauen in der Welt ist stärker als lange, auch der zweimal jährlich erhobene Vertrauensindex des Londoner Kunstmartkanalysten ArtTactic steht 18 Prozent höher als im Sommer.

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Spitzenreiter sacken ab

Aber in ArtTactics neuer Rangliste der krisenfesten Künstler sind die wirklichen Zeitgenossen reihenweise abgesackt. Diejenigen, die oben stehen – Rothko, Basquiat, Yves Klein – sind lange schon tot. Auch der einzig Lebende in den Top 10, Gerhard Richter, ist von Platz 1 auf 7 gerutscht. Künstler wie Anish Kapoor, Jeff Koons, Gilbert and George sind weit abgesackt, Damien Hirst liegt nur noch auf Platz 89.

Nur 15 Künstler machen den Umsatz

„Drei Viertel des gesamten Auktionsumsatzes im Contemporary Bereich wird von nur 15 Künstlern gestellt“, so ArtTactic Gründer Anders Petterson. Auktionshäuser, die sich vorwiegend auf die jüngste Kunst konzentrieren, leiden bereits. Simon de Pury hat „Phillips de Pury“ vor Weihnachten verlassen. Am 14. Februar, wenn ein Basquiat für 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund das Spitzenlos ist, heiß es nur noch Phillips.

Spekulation auf halbiertes Lamm

Die spannendsten Lose in den Londoner Februar Auktionen werden also Kunstwerke auf den hinteren Plätzen sein und nicht die Spitzenreiter, die in fast perfekter Harmonie von verlässlichen Blue Chips wie Jean Michel Basquiat, Gerhard Richter und Francis Bacon angeführt werden. So liegen beispielsweise berechtigte Hoffnungen auf der Einlieferung der deutschen Sammlerin Ingvild Goetz, angeführt von Christopher Wools schöner „Mad Cow“ mit 700.000 bis 900.000 Pfund oder auf Damien Hirsts zweiteilige Lamm-Skulptur „Away from the flock (Divided)“. Hier handelt es sich nicht um das zarte Lamm im Formaldehyd-Kasten, das in der Hirst Retrospektive der Tate im Sommer schon gräulich aussah, sondern um zwei Kästen mit den Hälften eines Lamms. 2006 hatte der Einlieferer das Werk aus einer Dreier-Auflage in New York für 3,4 Millionen Dollar ersteigert, das ist nun genau die Mitte der Schätzung von 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund.

Ein 2007 gemaltes Spot Painting von Hirst ist auf 300.000 bis 500.000 Pfund geschätzt, ein ziemlicher Rabatt für das 2.40 Meter große Bild. Zuletzt wurde es in Gagosians globaler Spot Painting-Schau gezeigt, die dem Bruch zwischen Hirst und seinem Galeristen vorausging. Phillips, wo ein Basquiat mit 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund das Spitzenlos ist, will es mit einem 2010 gefertigten vergoldeten Kabinett mit Industriediamanten versuchen, „Bling“-Kunst mit einer Schätzung von 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund.

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