Kunstmarkt

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Corporate Collections: Unternehmen als Kunstsammler

Die Kunstschätze der Unternehmen sind für die Öffentlichkeit meist verschlossen - mit Ausnahme weniger Firmen. Nun schafft der üppige Band „Corporate Collections“ einen Überblick über die Vielfalt der Sammlungen.

Tomás Saraceno: „Flying Garden M32“, 2007: die netzartige Skulptur ist eine Auftragsarbeit für die Sammlung des Europäischen Parlaments in München. Quelle: Jörg Koopmann
Tomás Saraceno: „Flying Garden M32“, 2007: die netzartige Skulptur ist eine Auftragsarbeit für die Sammlung des Europäischen Parlaments in München. Quelle: Jörg Koopmann

Düsseldorf„Bilder sind wie Frauen", sagt Thomas Rusche, Chef des Herrenausstatters SØR Rusche. "Sie haben Beine, die dahin rennen, wo sie geliebt werden." Zum Beispiel nach Oelde in Westfalen, wo das Unternehmen seinen Stammsitz hat. Hier ist der typische Fall einer Unternehmenssammlung zu Hause, die an die Kunstbegeisterung des Firmenlenkers gebunden ist und über viele Jahre wächst.

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Es gibt Unternehmenssammlungen, von denen haben die meisten Menschen noch nie etwas gehört. Andere werden zu Repräsentations- und Marketingzwecken genutzt und für Kunden zugänglich gemacht wie die Sammlung des Unternehmensberaters Roland Berger. Wieder andere sind zu einem nicht mehr wegzudenkenden Faktor des öffentlichen Kulturangebots geworden und schreiben eifrig an der Kunstgeschichte mit so wie in Köln "Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur" mit dem "August Sander Archiv" der Sparkasse KölnBonn. Solche großen, leicht zugänglichen Sammlungen sind jedoch in der Minderzahl.

In Deutschland existieren Firmensammlungen in bemerkenswerter Anzahl und Vielfalt. Umso erstaunlicher ist, dass es kaum Literatur über sie gibt. Nun liegt endlich ein Handbuch zum Thema vor; aber nicht unbedingt, weil man einen Informationsbedarf für eine interessierte Öffentlichkeit sah, sondern weil den Sammlern selbst der Überblick fehlte.

Vernetzung und Austausch, längst üblich unter Galeristen, Museen und Privatsammlern, findet man bei Corporate Collections weit weniger, stellten Mitglieder des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI fest. Dies führte vor zwei Jahren zur Gründung des Arbeitskreises Corporate Collecting (ACC) und lieferte den Anstoß für den "Corporate Collections" betitelten Bildband. Die beiden Herausgeber, der Rahmenfabrikant Friedrich Georg Conzen jun. und Olaf Salié, Geschäftsführer des Verlags Deutsche Standards, erinnern sich an eine Veranstaltung des BDI, in der alle Gesprächspartner die eine oder andere Firmensammlung kannten. "Aber alle wunderten sich darüber, wen die anderen kannten und man selbst nicht."

In Deutschland hat das Corporate Collecting eine ähnlich lange Tradition wie in den USA. Die Bayer-Sammlung, begründet 1912 von Generaldirektor Carl Duisberg, ist die älteste Unternehmenssammlung Deutschlands. Im gleichen Jahr beauftragte Carl von Thieme, Gründer des Rückversicherers Munich Re, zeitgenössische Künstler mit der Ausgestaltung des neuen Hauptgebäudes. Das war der Grundstein des heute noch gültigen Sammlungskonzepts. Die jüngste Kollektion ist die 2010 begonnene Sammlung der Deutschen Telekom.

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