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Eduardo Chillida: Preisspirale auf dem Weg nach oben

Weltweit genießen die riesigen Stahlplastiken des Basken Eduardo Chillida Bewunderung. Sammler bevorzugen jedoch die „handlicheren“ Lurra-Skulpturen und das graphische Werk. In drei Galerien in München und Köln ist derzeit beides zu haben.

Eduardo Chillida Plastik "Berlin" (2000), die später vor dem Bundeskanzleramt aufgestellt wurde. Quelle: Reuters
Eduardo Chillida Plastik "Berlin" (2000), die später vor dem Bundeskanzleramt aufgestellt wurde. Quelle: Reuters

MünchenMonumentalität und der herbe Charme rostigen Stahls gelten hinlänglich als Markenzeichen des  Spaniers Eduardo Chillida. Er ist in Deutschland vor allem als Schöpfer der überdimensionalen Eisenskulptur  vor dem Bundeskanzleramt in Berlin bekannt. Auf dem Kunstmarkt hat sich der Baske, der vor zehn Jahren gestorben ist, einen ganz anderen Platz erobert: als Graphiker und  Schöpfer monolithischer, kompakter Terrakotta-Skulpturen. Das offenbaren Ausstellungen in der Münchner Galerie Thomas und in Köln in der Galerie Boisserée und in der Galerie Baukunst.

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Die Preisspirale für diese Arbeiten dreht sich langsam aber unübersehbar nach oben. Zwischen 175.000 und 345.00 Euro kosten bei der Galerie Thomas die sieben derzeit angebotenen Lurra-Arbeiten, die nach Angaben von Juniorchefin Silke Thomas allesamt aus privaten Sammlungen stammen. Nicht viel anders schätzt die Kölner Galerie Baukunst den Marktwert dieser Chillida-Werke ein.

Baukunst offeriert derzeit vier Lurra-Skulpturen. Archaisch, puristisch und zeitlos wirken die Blöcke aus gebrannter Erde, die Chillida mit Ritzungen und Einschüben versehen hat. Erst Ende der 70er-Jahre, nachdem Chillida die Bekanntschaft mit dem südfranzösischen Keramiker Hans Spinner gemacht hatte, wandte er sich diesem Material zu und bezeichnete seine Skulpturen in Anlehnung an das baskische Wort Erde als Lurra-Skulpturen. Spinner arbeitete übrigens auch mit Picasso und Tapiés zusammen.

Enorme Angebotsverknappung

Auch wenn momentan drei Galerien Arbeiten dieses bedeutenden Künstlers anbieten, Silke Thomas spricht von einer enormen Angebotsverknappung. Das betrifft nicht nur die Skulpturen. Ambitionierte, große Grafiken und vor allem die Papierarbeiten des Künstlers muss man suchen. Ihr Reiz liegt in der subtilen Umsetzung seiner unverwechselbaren, von balkenartigen Elementen gekennzeichneten bildhauerischen Sprache ins Zweidimensionale.

Sammler sind verwöhnt

Spitzenstück bei Thomas ist eine Tuscharbeit der Serie „Gravitación“ von 1988. Die  kompakte und doch fragile Komposition im Spannungsfeld von stützenden und tragenden Elementen, die bei Christie´s vor einem Jahr für nicht ganz 76.000 Pfund versteigert wurde,  soll 230.000 Euro kosten. Weit darunter liegen mit Preisen um die 50.000 Euro Collagen aus beigem und braunem Papier aus den 1980er-Jahren oder eine flächig gestaltete Tuschzeichnung von 1973 für 42.000 Euro.

Sammler seien jahrelang günstige Preise gewohnt gewesen, erläutert die Galeristin gegenüber dem Handelsblatt. Welchen Sprung der Grand Seigneur der spanischen Bildhauerei gemacht hat, spiegelt die eigene Ausstellungsgeschichte. Die Galerie in der Maximilianstraße zeigte 1985 erstmals Werke von Chillida. Für 85.000 DM verkaufte man damals die heute legendären Alabasterskulpturen mit den markanten Durchbrüchen. Bei Christie’s in New York wurde kürzlich eine „Elogio de la arquitectura V“ aus Alabaster von 1974 für 1,4 Mio. Dollar versteigert.

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