Kunstmarkt

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Generali Foundation: Spaß mit Konzeptkunst

Konzeptkunst muss nicht langweilig sein. Das zeigt der erste Teil einer Ausstellungs-Trilogie zum 25-jährigen Jubiläum der Generali Foundation. 250.000 Euro kann der Wiener Versicherer jährlich für Ankäufe ausgeben. Ergebnis ist eine Sammlung mit internationaler Strahlkraft.

von Nina Schedlmayer
Martha Rosler: "The Bowery in two inadequate descriptive systems" (Die Bowery in zwei unzulänglichen Beschreibungssystemen), 1974/75. (Ausschnitt) Quelle: Generali Foundation, Wien
Martha Rosler: "The Bowery in two inadequate descriptive systems" (Die Bowery in zwei unzulänglichen Beschreibungssystemen), 1974/75. (Ausschnitt) Quelle: Generali Foundation, Wien

WienNur wenige Institutionen besitzen ein derart klares Profil wie die Wiener Generali Foundation. Während die anderen Museen und Ausstellungshäuser der österreichischen Hauptstadt eher unvorhersehbare Ankaufs- und Ausstellungsstrategien fahren, entpuppte sie sich in den nunmehr 25 Jahren ihres Bestehens als einziges Haus mit wirklich konsequentem Programm. Dass man mit seinem Schwerpunkt – Konzeptkunst, Schwerpunkt: Feminismus, Postkolonialismus, Politik – nicht gerade Besuchermassen anzieht, irritierte die Verantwortlichen dabei offenbar wenig. So konnte in aller Ruhe eine solide Sammlung aufgebaut werden, deren Stringenz und Internationalität in Österreich einzigartig ist und die zudem mittlerweile eine Wertsteigerung von rund 200 Prozent erfuhr, wie die Leiterin Sabine Folie erzählt. Inzwischen umfasst die Kollektion 2.100 Objekte von 170 Künstlern.

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Verspielter Zugang

Anlässlich des 25. Jubiläums lud Folie drei Kuratoren ein, Ausstellungen aus den Beständen zu gestalten; die laufende Schau von Guillaume Désanges mit dem Titel „Amazing! Clever! Linguistic! An Adventure in Conceptual Art“ wird jedoch schwer zu übertrumpfen sein. Dominiert ansonsten in den coolen Sichtbeton-Räumen das Strenge und Asketische, so wählt Désanges einen erfrischend verspielten Zugang. Seine Ausstellung folgt zwar teils durchaus konventionellen Lesarten, mischt diese aber gehörig auf: Dass etwa die Konzeptkunst mit Linguistik zu tun hat, überrascht ebenso wenig wie jene Stellen, an denen es um das Widerständische, Kritische geht. Dabei tritt jedoch auch Unerwartetes zutage.

Erschossenes Fernsehen

Unter dem Schlagwort „Linguistics“ findet sich etwa neben Martha Roslers Fotoinstallation „The Bowery in two inadequate descriptive systems“ (1974-1975) eine Videoperformance der Polin Ewa Partum: Wie sie darin papierene Buchstaben in die Luft wirft, besitzt eine poetische Kraft, die man üblicherweise nicht unbedingt mit der Konzeptkunst assoziiert. Hans Haackes aufsehenerregende, später sogar zerstörte Intervention in Graz, mit der er die NS-Vergangenheit der Stadt und ihrer Bewohner attackierte („Und ihr habt doch gesiegt“, 1988) wird konterkariert von Werken weitaus weniger bekannter, österreichischer Künstler: Richard Kriesche und Ernst Caramelle reflektieren kritisch die Illusionsmaschine Fernsehen. Kriesche lässt den Apparat erschießen, Caramelle aushöhlen.

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