Im zunehmend wichtigen Angebot der Surrealisten sind drei starke Joan-Miró-Gemälde zu entdecken. Bei Christie’s stammt das halluzinatorisch-evokative „Painting-Poem“ von 1925, „Le corps de ma brune“, marktfrisch aus einer alten New Yorker Sammlung 6 bis 9 Millionen Pfund)
Aus jener Alte und neue Kunst mischenden Privatsammlung kommt das 1946 gemalte, locker komponierte „Personnages et oiseaux devant le soleil“ für 5 bis 7 Millionen Pfund. Sotheby’s folgt mit dem Hochformat „Peinture“ von 1933, als bei Miró der Hang zu entspannter Heiterkeit mit Aggression und Ängsten des Zeitgeschehens kämpften. Der Händler-Clan Nahmad hatte das Werk 1996 in New York für 1,3 Millionen Dollar unter der Schätzung erstanden. Nun wird es von einer Privatsammlung eingeliefert und soll 7 bis 10 Millionen Pfund kosten: Miró-Preise sind nicht zuletzt dank einer Serie kräftiger Nahmad-Gebote gestiegen.
Sotheby’s Angebot wird von Gustav Klimts elegant minimalistischen „Birken am Seeufer“ angeführt, das 109 Jahre lang einer holländischen Familie gehörte, ohne dass die Fachwelt davon wusste. Im letzten Sommer meldeten sich die Besitzer beim Verfasser des Werkverzeichnisses, Alfred Weidinger. Er identifizierte das Gemälde als ein Bild, das 1902 in der Sezession in Wien und kurz darauf in der „Deutsch-nationalen Kunst-Ausstellung“ in Düsseldorf hing (6 bis 8 Millionen Pfund).
Beide Häuser haben ein gutes Angebot deutscher Kunst. Sotheby’s beginnt mit einer Wannsee-Café-Szene von Max Liebermann (500 000 bis 700 000 Pfund), ein Emil-Nolde-Blumengartenvon1908 aus deutschem Sammlungsbesitz soll 2 bis 3 Millionen Pfund bringen, Lyonel Feiningers mittelformatige „Mühle mit rotem Mann“ von 1917 kostet 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund.
Dann kommt der Höhepunkt, Ernst Ludwig Kirchners „Das Boskett“ am Dresdner Albertplatz von 1911, zuletzt 1991 für 3 Millionen Schweizer Franken bei Kornfeld versteigert. Der malerische End- und Höhepunkt von Kirchners Dresdner Zeit ist mit 5 bis 7 Millionen Pfund bewertet.