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Karl & Faber: Acht Ungeheuer und ein Heiliger

Nach der Versteigerung im Münchener Auktionshaus Karl & Faber zeigte sich Geschäftsführer Rupert Keim "sehr zufrieden". Vor allem ein Kupferstich von Martin Schongauer zog die Aufmerksamkeit der Bieter auf sich.

Für den Nettopreis von 58.000 Euro wechselte "Der heilige Antonius, von Dämonen gepeinigt" von Martin Schongauer den Besitzer. Quelle: Karl & Faber
Für den Nettopreis von 58.000 Euro wechselte "Der heilige Antonius, von Dämonen gepeinigt" von Martin Schongauer den Besitzer. Quelle: Karl & Faber

MünchenAuf Martin Schongauers berühmtem Kupferstich „Der heilige Antonius, von Dämonen gepeinigt“ umgeben zahlreiche fantastische Gestalten den Gelassenheit ausstrahlenden Einsiedler. In den Lüften zerren und zwicken gleich acht Ungeheuer den frommen Mann. Nicht gelassen reagierten die Kunden am 13. Mai bei der Auktion von Karl & Faber in München auf diesen seltenen Druck von Schongauers Hauptwerk. Dem Kunstschriftsteller Giorgio Vasari zufolge soll auch Michelangelo ein Exemplar davon besessen haben. Mehr als zehn Bieter rangen um das auf maximal 25.000 Euro geschätzte Blatt. Erst bei 58.000 Euro (ohne Kommission) fiel der Hammer zugunsten eines deutschen Sammlers.

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Das Ergebnis der gut besuchten Auktion kann sich sehen lassen: 88 Prozent der unteren Schätzpreissumme wurde erlöst, Auktionator und geschäftsführender Gesellschafter Rupert Keim zeigt sich „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. Insgesamt agierten die Kunden selektiv und ließen vor allem die kleineren Werke unter 1000 Euro zurückgehen.

Die beiden höchsten Zuschläge verzeichnet die russische Kunst. Für Iwan Aiwasowskis „Vollmond über stiller See“ von 1851 bewilligte ein russischer Käufer 82.000 Euro. Seine Taxe hatte aufgrund des nicht einwandfreien Zustands bei nur 20.000 bis 25.000 Euro gelegen. Mit einem 150.000-Euro-Zuschlag an einen deutschen Sammler blieb die melancholische Mondlandschaft des Tschechow-Weggefährten Isaak Iljitsch Lewitan knapp unter der Schätzung von 170.000 bis 180.000 Euro.

Die Telefondrähte glühten heiß, als eine Venedigansicht eines unbekannten Künstlers des 18. Jahrhunderts aufgerufen wurde. Ein Schweizer Händler weiß offenbar mehr über den Künstler und die meerseitige Stadtansicht. Er übernahm schließlich das querformatige, nur auf 1200 Euro taxierte kleine Ölgemälde für 26.000 Euro. Ein Aquarell von Giacinto Gigante von 1854 mit dem Blick auf Neapel reüssierte mit 28.000 Euro. Geboten hat sie ein italienischer Händler (7000 bis 8000).

Bemerkenswert ist der Zuschlag von 12.000 Euro für die Lithographie „Donnerstag. Berchtesgaden und der Watzmann“ von Ferdinand von Olivier aus dem Familiennachlass der Brüder Olivier (7000 bis 8000). Sie gehört zum Zyklus „Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden nach den sieben Tagen der Woche“, einem Hauptwerk der deutschen Romantik. Ebenfalls aus Olivier’schem Nachlass stammten zwei Siegelringe und ein „Georgskreuz“, ein Orden, den Zar Alexander I. auch an preußische Untertanen verlieh. Sie wurden für 12.000 Euro einem russischen Ordenssammler zugeschlagen. Der Schätzpreis hatte bei bescheidenen 800 Euro gelegen.

Die Schönheit der wilden Natur schildert Domenico Qualigo mit der detaillierten Bleistiftzeichnung einer Ruine im Allgäu, die ein westeuropäischer Sammler zur sechsfachen Taxe von 24.000 Euro erwarb.

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