Kunstmarkt

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Kunstmarkt: Comeback der Impressionisten

Berthe Morisot tritt aus dem Schatten ihrer Malerfreunde. Erstmals kostet ein Gemälde der Impressionistin sieben Millionen Pfund. Das zeigt: Impressionisten sind wieder begehrt.

Jussi Pylkkänen versteigert Modiglianis „Jeanne Hébuterne“. Quelle: CHRISTIE'S
Jussi Pylkkänen versteigert Modiglianis „Jeanne Hébuterne“. Quelle: CHRISTIE'S

LondonNach der Winterpause setzt der Kunstmarkt bei den Londoner Moderneauktionen seinen anscheinend unbremsbaren Aufschwung fort. Es gab Top-Preise für Spitzentrophäen von Pablo Picasso und Amedeo Modigliani, zähe Bietschlachten um einige exzeptionelle Impressionisten, einen Preissprung für die Kunst des Surrealismus, niedrige Rückgangsraten und Umsätze auf Rekordniveau.

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Christie's Auktion lag mit einem Abendumsatz von 136 Millionen klar über der Schätzung, ein Rekordergebnis für London. Sotheby's hatte mit seinem Abendumsatz von 121 Millionen Pfund sein zweitbestes Londoner Ergebnis - nur die Auktion im Februar 2010 lag höher, in der Alberto Giacomettis „Schreitender Mann“ einen Rekordpreis von 65 Millionen Pfund einspielte.

„Schon bei der Vorbesichtigung war die Stimmung unglaublich. London war die ,nabe', in der Sammler aus aller Welt zusammenkamen“, schwärmte Christie's Experte Jay Vincze. Bei Sotheby's war das Bild ähnlich: „Es war eine unserer feinsten Auktionen überhaupt und brachte Sammler in Scharen nach London“, so Sotheby's Spezialistin Helena Newman nach der Auktion. Auch Händler waren überrascht von der Stärke.

Früh einsteigen Junge Kunst in drei Preisgruppen

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Das teuerste Los und die langweiligste Versteigerung war Sotheby's großes Marie-Thérèse-Bild von Picasso, dessen Verkauf bereits vor der Auktion durch ein Garantiegebot besiegelt war. Diese Vorausgarantien legen sich auch auf die Begeisterung der Käufer, die den nicht transparenten Vorabsprachen misstrauen. Marktteilnehmer fanden den Preis hoch, dem unsignierten Bild fehlt das leuchtende Feuer von verwandten Bildern wie „La Rêve“. Das siegreiche Gebot von brutto 28,6 Millionen Pfund brutto (33,3 Millionen Euro) kam von Sotheby's Asien-Präsidentin Patti Wong. Die Vermutung liegt nahe, dass einer der neuen asiatischen Sammler der Käufer ist. Zuletzt war das Bild 1997 für 6,8 Millionen Dollar versteigert worden - bevor der Hype um Marie-Thérèse, Picassos „goldene Muse“ die Preise anheizte.

Christie's Hauptattraktion, das Porträt von Modiglianis Geliebter Jeanne Hébuterne, hat eine stetigere Preiskurve. Das Bild war u.a. in Tokio und Hongkong ausgestellt, aber es dürfte ein russischsprachiger Akteur gewesen sein, der die Schlacht mit 26,9 Millionen Pfund für sich entschied. 1997 hatte es 10 Millionen Dollar gekostet, 2006 wechselte es für 30 Millionen Dollar den Besitzer, nun sind es 42 Millionen Dollar. „Geld ist genug da“, erklärte Christie's Vize-Vorstand für moderne Kunst, Andreas Rumbler die gute Stimmung. Er sieht keine Gefahr für einen Markt, der von überschüssiger Liquidität angetrieben wird.

Egon Schiele: Die Zeichnung, "Liebespaar" von 1914/15 ist ein Doppelporträt des Künstlers mit Wally - seinem Modell und auch Geliebten. Quelle: Sotheby's
Egon Schiele: Die Zeichnung, "Liebespaar" von 1914/15 ist ein Doppelporträt des Künstlers mit Wally - seinem Modell und auch Geliebten. Quelle: Sotheby's

Prägnant waren die Rückkehr der Impressionisten mit einigen der spannendsten Bietgefechte, angeregt von marktfrischen Bildern der 1870er- und 1880er-Jahre, die man seit Jahren nicht gesehen hatte. Bei Sotheby's machte Kunst aus dem Nachlass des Earl of Jersey Stimmung, der noch vor dem zweiten Weltkrieg gekauft hatte. Seine Themse-Ansicht von Alfred Sisley brachte 1,9 Millionen Pfund, ein früher Monet 1,1 Millionen Pfund, dann wurde Monets Winterbild „Le Givre à Giverny“, das mit 4 bis 6 Millionen Pfund ehrgeizig bewertet schien, in einem zähen Gefecht auf 8,8 Millionen Pfund getrieben. Dieses klassische, marktfrische Impressionistenbild wurde damit fast so teuer wie Monets vormodernes, Zweimeter-Seerosenbild von 1914/17, das 12 bis 18 Millionen Pfund einspielen sollte.

Noch spannender war der Kampf um das frühere von zwei Degas-Pastellen, das auf 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund geschätzt war und aus einer alten französischen Sammlung stammte. Mindestens vier Bieter, angeführt vom Kunsthändlerclan Nahmad, hatten es auf die Darstellung einer sich abtrocknenden Frau abgesehen, und die Schätzung wurde mit 7,7 Millionen Pfund fast verdoppelt. Das höher taxierte Pastell einer Tänzerin wurde bei 4,5 Millionen Pfund zugeschlagen. Dann kam Gustave Caillebottes Pariser Parkszene „Le Parc Monceau“, seit 1972 im Familienbesitz und auf 800 000 bis 1 Million Pfund angesetzt – wieder trieben Telefonbieter den Preis auf 2,6 Millionen Pfund. Die Hälfte von Sotheby's Toplosen waren Impressionisten des 19. Jahrhunderts.

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