Kunstmarkt

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Madrid: Großer Auftritt der Primärgalerien

Die Arco ist wieder Spaniens Vorzeigemesse, nachdem sie hat ihr Profil geliftet hat. Kunst im fünf- und im niedrigen sechsstelligen Bereich findet auch im gebeutelten Spanien Liebhaber.

Ekrem Yalçindağ “Impressions from the Streets”, 2011 Oil on canvas, wird ausgestellt bei Dirimart aus Istanbul. Quelle: Dirimart
Ekrem Yalçindağ “Impressions from the Streets”, 2011 Oil on canvas, wird ausgestellt bei Dirimart aus Istanbul.Quelle: Dirimart

MadridKrisenzeiten sollen besonders innovative Kunst hervorbringen, ist in letzter Zeit häufiger zu hören. Wahrscheinlich soll das trösten. Auf der Arco http://www.ifema.es/ferias/arco/default_i.html

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in Madrid müsste demnach besonders spannende Kunst aus heimischer Produktion zu sehen sein. Doch der Einfall der gesellschaftlichen Realität findet auf Spaniens Traditionsmesse an anderer Stelle statt. Das Gastland Türkei zeigt mit seinen zehn Galerien eine erstaunliche Bandbreite künstlerischer Ansätze.

Die poetischste Arbeit stammt von Kutlug Ataman und wird von der Istanbuler Galeri Mana gezeigt. Als Ataman 2008 zu seinem Partner nach London zog, wollte er die englische Mentalität verstehen und hat in "FFF" (Found Family Footage) aus privaten Super8-Filmen auf zehn Flachbildschirmen ein intimes Bild der britischen Gesellschaft montiert. Die kongeniale Musik dazu hat Michael Nyman nur aufgrund der Gespräche mit dem Künstler komponiert, ohne die Filme je gesehen zu haben (Auflage 3, 150.000 Euro). Bei X-Ist aus Istanbul ist die in ihrer Heimat stark polarisierende Gender-Kunst der Kurdin Canan zu sehen, bei der der Galerist erst länger ausholt, um die für türkische Verhältnisse hohen Preise bis 25.000 Euro zu rechtfertigen.

Noch breiter angelegt ist der Bezug zur erlebten Wirklichkeit in den Solo-Präsentationen des Focus Latinoamérica, der sich weniger an Galerien als vielmehr an Künstlern festmacht.

Direktor Carlos Urroz verantwortet jetzt seine dritte Ausgabe und hat der Arco in dieser Zeit einen Facelift verpasst. "Wir fokussieren auf Primärgalerien und unterstützen diejenigen, die aktiv mit ihren Künstlern arbeiten", erklärt er. Dazu gehört einerseits die Einrichtung preisgünstiger Sektionen, wie Solo Projects und Opening für junge Galerien. Das große Pfund allerdings, mit dem die Messe wuchert, ist nach wie vor das weltweit einmalige Sammlerprogramm, mit dem die Messe gleich mehrere Hotels füllt und das jetzt sogar noch einmal intensiviert wurde. Das ist bitter nötig, wie auch Urroz weiß. "Die spanischen Institutionen haben nicht mehr so viel Geld wie vor einigen Jahren und sind nicht mehr so hyperaktiv. Aber sie sind noch aktiv und machen Ausstellungen. Das ist ja auch interessant für Galerien." Das stimmt zwar, doch auf einer Messe möchten Galeristen vor allem verkaufen. 

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