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Munich Highlights: Elegante Salons statt voller Kojen

Die Munich Highlights setzen im Haus der Kunst neue Maßstäbe für eine anspruchsvolle Kunst- und Antiquitätenmesse. Ihre frische Präsentation und ihr erlesenes Angebot erreicht auch ein jüngeres Publikum.

Frank C. Möller wratet auf mit einem 24-flammiger Kronleuchter nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schikel (1781-1841). Quelle: Frank C. Moeller, Hamburg
Frank C. Möller wratet auf mit einem 24-flammiger Kronleuchter nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schikel (1781-1841). Quelle: Frank C. Moeller, Hamburg

MÜNCHEN. Der erste Eindruck ist überwältigend. Auf der Messe Munich Highlights (22.-31.10) im Haus der Kunst zeigen 55 auserlesene Kunst- und Antiquitätenhändler, wie stimmig eine gut gemachte Verkaufsausstellung mit Alter Kunst und Klassischer Moderne aussehen kann. Da entdeckt der Messeflaneur herausragende Einzelstücke in einem Setting, das eher an elegante Salons als an überfüllte Messekojen denken lässt. "Die beste Kunstmesse Deutschlands hinzustellen, ist uns gelungen. Da spielen wir in der ersten europäischen Liga mit", stellt Konrad Bernheimer, einer der Geschäftsführer der Highlights, selbstbewusst fest. Da der Altmeister-Händler auch Chairman der Maastrichter Tefaf-Messe ist, vermeidet er alle Anspielungen auf die weltbeste Antiquitätenmesse im Dreiländereck. Gleichwohl: Die Highlights sind, was Angebot und Präsentation betrifft, eine Wucht. Das Besondere an dem Parcours durch den von den Nazis errichteten Kunstbau ist der Wechsel von großen und kleinen, tiefen und flachen Ständen und Gemeinschaftsständen. Ausstellungsdesigner Tom Postma hat durchgängig offene Stände entworfen, auf die Kabuffs für den Nachschub verzichtet und für Neugier weckende Blickachsen gesorgt.

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Klassizismus trifft Antike

Der Basler Antiken-Experte David Cahn und Frank C. Möller, Hamburg, singen das Hohe Lied auf die Antike. Kleinere griechische Skulpturen und ein klassizistischer Tisch werden von einem der reichsten und ausladendsten Schinkel-Lüster bekrönt. 1,6 Mio. Euro erwartet Möller für den 24-flammigen Kronleuchter, der wohl aus dem Berliner Stadtpalais des Prinzen Carl stammt.

Prachtvolle Doppelstände

Wo der Klassizismus auf Klarheit setzt, schwelgt das Rokoko in floralen Formen und ästhetischer Opulenz. Röbbig, München, und Steinitz aus Paris - seit Ewigkeiten wieder mal auf einer deutschen Messe präsent - tun alles, damit sich das Auge des Besuchers auf ihrem Doppelstand auf feinste Nuancen einstellt. Der 40-jährige Benjamin Steinitz bringt zwei herausragende Wandvertäfelungen mit. Die Boiserie von Johann G. Leithner aus dem Wiener Palais des kaiserlichen Postministers Paar schafft von außen einen noblen Rahmen (5,5 Mio. Euro). Blätter und Ranken sind hier nicht nur erhaben geschnitzt und vergoldet. Nein, gleich dreierlei Goldtöne sorgen für den feinen Unterschied. Von klassischer Eleganz ist ein Louis XV-Schreibtisch, der I. Dubois-gestempelt ist. Das Besondere an diesem repräsentativen Möbel sind Bronzeschuhe in Form von Akanthus-Buketts. Steinitz erwartet hierfür 750.000 Euro.

Porzellan steht für verfeinerte Lebensart

Meissen-Spezialist Gerhard Röbbig trumpft mit einer prachtvollen Handkuss-Gruppe von Meissens Meister-Porzellanmodelleur Johann Joachim Kaendler auf, die 380.000 Euro kosten soll. Eine nur handtellergroße Böttger-Steinzeug-Kanne von 1707 nach chinesischem Kangxi-Vorbild ist auf 145.000 Euro angesetzt. Möbel nimmt Röbbig nur ins Angebot, wenn sie sehr klein, raffiniert und elegant sind und aus erstklassigen Ebenisten-Werkstätten kommen. Für einen Verwandlungsspieltisch von Roentgen muss der Kenner 485.000 Euro bewilligen.

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