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Paul Cézanne: Das 250 Millionen Dollar-Kunstwerk

Die spannendsten Geschäfte werden hinter den Kulissen des Kunstmarkts abgewickelt. Darunter fällt dem Vernehmen nach auch der „Kartenspieler“ von Paul Cézanne. Berichte über den Verkauf erscheinen glaubwürdig.

Eine der fünf Versionen von Paul Cézannes "Kartenspieler" im Metropolitan Museum in New York. Quelle: AFP
Eine der fünf Versionen von Paul Cézannes "Kartenspieler" im Metropolitan Museum in New York. Quelle: AFP

LondonDer Bericht des New Yorker Magazins Vanity Fair, wonach Paul Cézannes „Kartenspieler“ aus dem Besitz des verstorbenen griechischen Reeders George P. Embiricos von der Herrscherfamilie von Katar gekauft wurde, hat inzwischen an Glaubwürdigkeit gewonnen. Einige behaupten sogar, der Preis könne noch höher gewesen sein. Eine offizielle Bestätigung für den Bericht gibt es nicht, aber vieles spricht dafür, dass die Information korrekt ist.

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Mindestens vier Kunstwerke wurden privat teurer verkauft als der höchste Auktionspreis von 106,5 Millionen Dollar, die 2010 bei Christie’s für Picassos „Nude, Green Leaves and Bust“ bewilligt wurden. Als bisher höchster Kunstpreis galt der durch Sotheby’s Chefauktionator Tobias Meyer vermittelte Verkauf von Jackson Pollocks Gemälde „No 5“ von 1948 aus der Sammlung David Geffen für 156,8 Millionen Dollar an einen unbekannten Käufer. Gut möglich, dass sich der Pollock nun in der gleichen Sammlung wie der Cézanne befindet und enthüllt wird, wenn das Nationalmuseum von Katar 2014 die Tore wieder öffnet. Gut möglich auch, dass ähnliche Hochpreis-Deals einfach nicht bekannt geworden sind.

In den Achtzigern wurde noch diskret gesammelt

Der Cézanne gilt schon lange als eines der begehrtesten Kunstwerke in privater Hand: Das Magazin „Art News“ stellte ihn 2004 an Nummer zwei – nach Constantin Brancusis „Bird in Space“ in der Sammlung Mary und Jon Shirley in Seattle. Cézanne malte zwischen 1893 bis 1896 fünf Versionen der „Kartenspieler“, die in den bedeutendsten Museen der Welt sind: im Metropolitan Museum New York, der legendären Barnes Collection in Philadelphia, dem Londoner Courtauld und dem Musée d’Orsay in Paris. Die fünfte Version gehörte seit langem dem in der Schweiz sesshaften George P. Embiricos, Spross der weit verzweigten Reeder-Familie und einer der großen Sammler der 1980er-Jahre, als die Superreichen noch diskret und verschwiegen sammelten. Art News nannte bereits 2003 als möglichen Preis 100 Millionen Pfund – Embiricos aber winkte jahrelang bei allen Angeboten immer nur ab.

Embiricos brachte immer wieder in den vergangenen 25 Jahren hochwertige Kunst auf den Markt, gerade Cézannes. Ein Stillleben mit Äpfeln von Cézanne wurde 1993 in New York für 28,6 Millionen Dollar versteigert. Es war der erste Mega-Zuschlag nach dem Marktcrash von 1990. Embiricos’ „Montagne Ste.Victoire“ von Cézanne wurde verschwiegen an die Sammlung Heinz Bergruen verkauft; das Bild sollte 2001 in der völlig verunglückten Berggruen-Auktion von Phillips de Pury zum teuersten Auktionsverkauf der Geschichte werden – doch die Auktion scheiterte spektakulär.

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