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Polnische Kunst: Junge Künstler suchen ihre Händler

Galeristen in Polen brauchen besonders unkonventionelle Konzepte und Risikofreude. Noch ist der Markt für zeitgenössische Kunst überschaubar. Vor allem an Galeristen, die ganz junge Kunst ausstellen, mangelt es - noch.

Nicolas Grospierre: "Bank", 2009-2011, Installation. (Ausschnitt) Quelle: BWA Warszawa Gallery, Warschau
Nicolas Grospierre: "Bank", 2009-2011, Installation. (Ausschnitt) Quelle: BWA Warszawa Gallery, Warschau

WarschauAnfang Dezember 2011 wurde mitten in einem Warschauer Villenviertel die „Nicolas Grospierre Bank“ eröffnet. Der Andrang war gewaltig, das Angebot überschaubar, und die Konditionen waren günstig. Wer bereit war, nur einen Zloty oder umgerechnet 25 Cent zu investieren, hielt ein Los in den Händen. „Bankdirektor“ Grospierre lächelte. Das System, mit dem sich am internationalen Finanzmarkt Geld verdienen ließ, funktionierte und war verblüffend einfach. Für kleines Geld gab der studierte Ökonom und Künstler nicht mehr als ein großes Versprechen; und dafür benötigte er lediglich etwas bedrucktes Papier und einen Raum im Keller, in den nur Gewinner eintreten durften.

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Schauplatz war die Galerie BWA Warszawa, eine der jüngsten Galerien Warschaus, die auf dem wachsenden Markt für zeitgenössische Kunst Akzente setzt. Umgerechnet 70 000 Euro verlangt Galerist Michal Suchora für die komplette Installation, deren Herzstück das Spiel mit dem großen Geld auf die Spitze treibt. Dem Gewinner, der im dunklen Keller einen Blick in den verspiegelten Leuchtkasten wirft, präsentiert sich die schöne Illusion eines weltumspannenden Tresorraums.

Innenstadt von Warschau: Die Stadt hat viele begabte junge Künstler. Quelle: AP
Innenstadt von Warschau: Die Stadt hat viele begabte junge Künstler. Quelle: AP

Der Handel mit junger Kunst ist in Polen 22 Jahre nach der Wende immer noch ein Abenteuer. Maximal 15 Sammler soll es geben. Das Gros kauft polnische Künstler. Einer wie Grospierre, der in Genf geboren und in Paris und London ausgebildet wurde, hat bereits einen Namen und ein ansehnliches Preisniveau. Auf solche Künstler setzt die von einem Dreierteam geleitete BWA Warszawa und verrät damit hohe Ambitionen.

Die Galerie BWA Warszawa gehört in Polen zu den Senkrechtstartern. Erst im Mai 2010 durch Abspaltung von der Galerie local _30 gegründet, verfügt sie mit der Wiener Galerie Rosemarie Schwarzwälder bereits über einen internationalen Kooperationspartner und kann auf eine erfolgreiche Messeteilnahme verweisen. Auf der Viennafair 2011 nahm sie binnen fünf Stunden die Miete für ein halbes Jahr ein.

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