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Rosemarie Trockel: Karriere mit maschinengestrickten Bildern

In erster Linie für ihre Strickbilder ist Rosemarie Trockel bekannt. Doch lange schon beschäftigt die Kölnerin sich schon mit den unterschiedlichsten Medien und Formaten und erzielt damit durchaus beachtliche Preise.

Rosemarie Trockel "Ohne Titel": Installation wie in einem ethnographischen Museum. (VG BildKunst) Quelle: Pressebild
Rosemarie Trockel "Ohne Titel": Installation wie in einem ethnographischen Museum. (VG BildKunst) Quelle: Pressebild

BONN. Maschinengestrickte Wollbilder haben die Kölner Künstlerin, Jahrgang 1952, bekanntgemacht. Was sie interessierte, waren kulturell minderwertige Materialien und Fertigkeiten wie Wolle und Stricken. Die weibliche Komponente des Materials konterkarierte Trockel nicht selten hintersinnig mit Motiven, die berühmte männliche Künstler vorher verwendet hatten, zum Beispiel Playboy-Bunnys oder Hammer und Sichel.

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Sammler schätzen ihr Werk, weil es voller Geheimnisse ist

Die Strickbilder liefern nur ein Beispiel, wie die Künstlerin festgelegte Bilder und Vorstellungen unterwandert, spielerisch und intellektuell zugleich. Medial legt sie sich nicht fest. Auch die Formate variieren. Sie macht Teppiche, Wandbehänge, Videos, Objekte, Gemälde und Papierarbeiten.

Mit Behältnissen hat Trockel sich ebenfalls beschäftigt. Es gibt Vitrinen, in denen sich seltsame Dinge finden wie etwa das krebsrot gefärbte Gesicht einer Frauenbüste in Erregung ("Ohne Titel", 1991/2005). Trockels Werk ist ironisch, boshaft und durchsetzt von feinem Humor. Auf eine schonungslose Art berührt es intime Befindlichkeiten. Sammler schätzen ihre Arbeiten aber auch, weil es voller Geheimnisse ist.

Die Galerie Sprüth/Magers vertritt die Künstlerin seit 1983. Damals lagen Strickbilder noch im fünfstelligen DM-Bereich. Heute sind für große Formate bis 280 000 Euro fällig.

Statt "Wall-Power" bietet sie Kunst mit Reibungswiderstand

Dass sie einen starken internationalen Auktionsmarkt hat, signalisieren die Umsätze der angelsächsischen Länder. Nach Angaben der Datenbank Artprice werden mit 50 Prozent aller angebotenen Lose 94 Prozent des weltweiten Umsatzes erwirtschaftet. Deutschland kommt mit immerhin 39 Prozent aller Einlieferungen nur auf 4 Prozent. Mit der "Wall-Power", die Gurskys Riesenformate in siebenstellige Preisregionen trieb, kommen Trockels Arbeiten nicht mit. Dafür bietet sie Kunst mit Reibungswiderstand, in die auch gut investiert wird. So kam Ende 2007 eine längliche Vitrinenarbeit mit fünf gestrickten Balaklava-Mützen auf umgerechnet 514 361 Dollar (Sotheby's London). Das gestrickte Bild "Rohrschach Test" (1993) erzielte im selben Jahr bei Christie's umgerechnet 498 023 Dollar.

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