
LONDON. Der Markt für russische Kunst nimmt an Stärke und Selbstvertrauen stetig zu. Anders als andere Sektoren scheint er aber nicht so schnell wieder zur Euphorie zurückzukehren, die 2008 ein jähes Ende nahm. Relativ hohe Rückgangsraten zeigen, dass, wie überall, der Mittelmarkt schwächelt und sich der Markt mehr denn je auf die Rosinen konzentriert. Aber die vier Auktionshäuser, die in London, dem Zentrum des russischen Kunstmarkts, um Marktanteile kämpfen, spielten in der Auktionswoche vom 7. bis 9. Juni mit Russischem 46 Mio. Pfund ein, ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 39 Mio. Pfund in den Dezember-Auktionen und den 29 Mio. Pfund vom Juni 2009.
"Der Markt für Russische Kunst ist insgesamt grundsolide. Das Vertrauen ist zurückkehrt", resümierte Sotheby's Spezialistin Jo Vickery, deren Auktionen mit einem Volumen von 23 Mio. Pfund wieder den Löwenanteil stellten.
Eine Krim-Ansicht versechsfacht ihre Schätzung
Aber nur sieben Werke schafften insgesamt Preise über 1 Mio. Pfund. und die wenigen Auktionsrekorde beschränkten sich auf Werke weniger bekannter Künstler. Am spektakulärsten war gleich das erste Los in Sotheby's Abendauktion, eine 1916 gemalte Krim-Ansicht von Sergei Winogradow, die mit 623.650 Pfund die Schätzung versechsfachte.
Los der Woche und Spitzenreiter bei Sotheby's war Alexander Jakowlews Afrikagemälde "Titi und Naranghe, Töchter des Häuptling Eki Bondos". Yakovlev war mit einer Citroën Expedition nach Afrika gereist und der Erstbesitzer war der Generaldirektor der Autofirma. Nun wurde das Bild, wie sämtliche Spitzenlose, von einem Sammler aus den GUS Ländern gekauft
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Ein Juri Annenkow ist immer begehrt
Weitere moderne Spitzenlose waren ein Porträt im charakteristischen neo-kubistischen Stil Juri Annenkows (1,8 Mio Pfund) , eine Waldlandschaft von Georgi Schischkin (taxengemäße 1,2 Mio. Pfund) und das Porträt der Gräfin Henri de Boisgelin von Léon Bakst, das mit 758.050 Pfund deutlich über Schätzung lag.