Kunstmarkt

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Sammlung Rau: Unicef lässt versteigern

Unicef Deutschland lässt einen ersten Teil der Sammlung Gustav Rau versteigern: Etwa 530 Objekte sollen via Sotheby’s, Bonhams und Lempertz einen zweistelligen Euro-Millionenbetrag einspielen.

Taddeo di Bartolo: Das Triptychon aus der Sammlung Rau wechselte im Juli 2008 via Sotheby’s für umgerechnet 2,4 Mio. Euro in eine europäische Privatsammlung. Quelle: Sotheby's
Taddeo di Bartolo: Das Triptychon aus der Sammlung Rau wechselte im Juli 2008 via Sotheby’s für umgerechnet 2,4 Mio. Euro in eine europäische Privatsammlung.Quelle: Sotheby's

WienJean-Honoré Fragonards Fantasieporträts gelten als bedeutende Werkgruppe des Meisters des französischen Rokokos. Anders als bei Bildnissen seines Lehrers François Boucher, dessen Frauen oftmals wie Porzellanpüppchen wirken, erweckte der Schüler seine Darsteller über die für ihn charakteristische lockere Malweise regelrecht zu Leben. 15 Werke sind dieser Serie zuordenbar. François-Henri, seines Zeichens Herzog von Harcourt, ist eines davon. Seit September vergangenen und über den Sommer diesen Jahres hinaus gastiert der Adelige als temporäre Leihgabe im Getty Museum (Los Angeles). Nach dieser musealen Stippvisite wird das Gemälde im Auftrag von Unicef Deutschland versteigert.

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Gustav Rau, dem 2002 verstorbenen Kunstsammler, hätten diese internationale Bühne und der damit von der Fachwelt erteilte Ritterschlag entzückt. Wofür er sich entscheiden würde, wenn er nur ein einziges seiner Kunstwerke behalten dürfte, war er mal gefragt worden. Für das Portrait François-Henri Duc d’Harcourts antwortete er ohne zu zögern, schon der außergewöhnlichen Qualität wegen.

1958 hatte der Industrieerbe, Arzt und Betreiber des Kinderkrankenhauses von Ciriri (Kongo) zu sammeln begonnen. Über die Jahre wuchs die Kollektion auf etwa 750 und hauptsächlich in einem Freilager am Züricher Flughafen verwahrte Exponate, darunter Gemälde Alter Meister und hochrangiger Impressionisten, dazu Skulpturen und qualitätsvolles Kunsthandwerk. Als Leihgabe für diverse Ausstellungen bekam das eine oder andere zwischendurch schon mal „Freigang“.

Wie bereits zu Lebzeiten sollten sein auf vier Stiftungen verteiltes Vermögen und die Kunstsammlung auch später soziale und humanitäre Projekte unterstützen. Rau war kinderlos geblieben, hatte nie geheiratet und in den Jahren vor seinem Tod im Januar 2002 mehrere Testamente verfasst und diese teils widerrufen. Jener 1999 formulierte letzte Wille, in dem er Unicef Deutschland zur Alleinerbin benannte, beschäftigte Gerichte in Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Monaco über Jahre. Ein vorläufiges Urteil des Landgerichts Konstanz 2003 bekämpften die Stiftungen hartnäckig. Es war ein erbitterter Streit, in dem immer wieder die Geschäftsfähigkeit des Erblassers in Frage gestellt wurde.

Kein Wunder, denn es ging um viel: Allein der Wert der Kunstsammlung beginnt irgendwo bei realistischen 200, über kolportierte 500 bis zu spekulativen 700 Millionen Euro. Auf aktuelle Anfrage kann selbst Unicef Deutschland, der im Dezember 2008 endgültig per Gericht das Erbe zugeteilt wurde, keinen konkreten Gegenwert benennen.

  • 23.02.2013, 12:23 UhrLempertz

    Da ist doch einiges durcheinander geraten.Doublierungen können nützen wie schaden.Der Einzelfall gilt.Oft setzt man bei Doublierungen Schätzungen bis zu einem Drittel niedriger an;allerdings spielen sie dann bei den Ergebnissen scheinbar keine Rolle mehr-wie die Praxis häufig zeigt. Presseabtlg. Lempertz,Berlin

  • 15.02.2013, 19:00 UhrSlg.Rau

    Wieso werden Teile dieser Sammlung im Ausland versteigert?
    Dr. Rau hat sie doch Unicef Deutschland gestiftet!Als ob man das nicht auch hier könne.Ich würde mich lieber engagieren,wenn es für Unicef Deutschland in Deutschland versteigert würde.Seine heterogene Slg. ist schließlich auch in Rolandseck und nicht in London.

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