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Sammlung Würth: Der Mäzen kauft die Holbein-Madonna

Die gilt als Deutschlands Sixtinische Madonna. Jetzt hat Schraubenkönig Würth dem klammen Adel die Schutzmatelmadonna von Holbein d.J. abgekauft.

Die Holbein-Madonna. Quelle: dpa
Die Holbein-Madonna. Quelle: dpa

Stuttgart/DüsseldorfWenn Reinhold Würth sich in ein Kunstwerk verliebt, kann er beharrlich sein. Jetzt hat der zu den wichtigsten deutschen Kunstsammlern zählende Unternehmer aus Baden-Württemberg mit geschätzten 40 bis 60 Millionen Euro für die sogenannte Holbein-Madonna den wohl höchsten Preis bezahlt, der jemals in Deutschland für ein Kunstwerk auf den Tisch gelegt wurde. Über das nötige finanzielle Polster verfügt der 76-Jährige. Würth baute den kleinen väterlichen Betrieb in nur einer Generation zum weltgrößten Schraubenhändler mit über 8,6 Milliarden Euro Umsatz aus. Aus dem operativen Geschäft hat er sich zurückgezogen. Zwar war Würth als Unternehmer immer für seine Sparsamkeit bekannt, doch wenn es um Kunst geht, ist er in der Lage, seine schwäbische Herkunft zu verdrängen. Das Bild von Hans Holbein dem Jüngeren (1497-1543) gilt als Hauptwerk der Renaissance nördlich der Alpen und gehört zu den bedeutendsten Werken der europäischen Malerei des 16. Jahrhunderts. Würth habe sich in das Bild verliebt, sagte Christoph Graf Douglas, der den Kauf vermittelte.

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Reinhold Würth. Quelle: dpa
Reinhold Würth. Quelle: dpa

Bereits 2003 erwarb der eigentlich moderne Kunst sammelnde Unternehmer erstmals ein Paket Alte Meister. Für die exquisite Fürstlich Fürstenbergische Sammlung aus Donaueschingen brachte der zu den reichsten Deutschen zählende Mäzen knapp 50 Millionen Euro auf. Die Gemälde von Lucas Cranach d.Ä., Berhard Strigel, Hans Schäufelein und dem Meister von Meßkirch baute er aus und erwarb dazu spätmittelalterliche Skulpturen. Die Sammlung "Alte Meister" zeigt er in der Johanniterhalle, einem umfunktionierten Kirchengebäude aus dem 12. Jahrhundert, nur einen Steinwurf von der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall entfernt. Würth versteckt seine Gemälde nicht. Seit Jahren schmückt er die Firmenzentrale mit zeitgenössischer Kunst, lässt sie auch in die ausländischen Niederlassungen reisen. "Wenn ich heute mein Unternehmen betrachte, dann kann ihm die Kunst zumindest nicht geschadet haben", ließ sich Würth gestern zitieren. Zur Madonna selbst äußerte er sich nicht. Auf die Öffentlichkeit ist der Milliardär nicht mehr gut zu sprechen. Ihn kränkt immer noch, dass er 2008 wegen Steuerhinterziehung zu einer Millionenstrafe verurteilt wurde. Seitdem ist er vorbestraft - was er als Ungerechtigkeit empfindet. Als Konsequenz hat er seinen Wohnsitz mittlerweile nach Österreich verlegt. Die Holbein-Madonna wird nicht dorthin wandern. Sie gehört zu den Nationalen Kunstschätzen und darf das Land nicht verlassen.

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