Kunstmarkt

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Tabakhändler Hall: Bacon-Gemälde geht wohl nach Düsseldorf

exklusivDas Selbstporträt „Three Studies for a Self Portrait“ des britischen Malerstars Francis Bacon könnte als Leihgabe an die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gehen. Tabakwarengroßhändler Jürgen Hall hatte es ersteigert.

„Three Studies for a Self-Portrait“ (1980) von Francis Bacon. Quelle: Reuters
„Three Studies for a Self-Portrait“ (1980) von Francis Bacon. Quelle: Reuters

DüsseldorfDie Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen könnte bald um eine spektakuläre Attraktion reicher sein. Der Unternehmer und Sammler Jürgen Hall wird das dreiteilige Selbstporträt „Three Studies for a Self Portrait“ des britischen Malerstars Francis Bacon, das er am Dienstag bei Sotheby's für 13,7 Millionen Euro ersteigert hatte, dem Museum in Düsseldorf als Leihgabe anbieten.

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Er favorisiere die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen als Ausstellungsort für seine jüngste Neuerwerbung, teilte Hall dem Handelsblatt mit. Vorausgesetzt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nimmt das Angebot des Mäzens an. Interesse angemeldet an einer Leihgabe hat aber auch ein bedeutendes Museum in London.

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Hall hütet seine Kunstschätze nicht in seinen vier Wänden. Ihm ist es wichtig, dass sich eine breite Öffentlichkeit an seinen langfristigen Leihgaben erfreuen kann. Bislang begünstigte der Tabakwarengroßhändler aus Mönchengladbach das Kunstmuseum Bonn. In enger Absprache mit dessen Direktor ersteigerte Hall unter anderem 2012 ein fotorealistische Gemälde von Gerhard Richter für 2,8 Millionen Pfund.

Francis Bacon zählt seit Jahren zu den am höchsten bewerteten Künstlern der Contemporary Art. 2008, noch vor der Lehman-Pleite und der Kunstmarkt-Flaute, bezahlte der Oligarch Roman Abramowitsch in New York bei Sotheby’s mit 86,3 Millionen Dollar einen Weltrekordpreis für Bacons wesentlich größeres Triptychon „Prometheus“.

Francis Bacon

  • Eckdaten

    Der irische Maler Francis Bacon wurde am 28. Oktober 1909 in Dublin geboren und starb am 28. April 1992 in Madrid.  Er gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen Malern des 20. Jahrhunderts. Vornehmlich setzte er sich mit der Darstellung des menschlichen Körpers auseinander.

  • Leben

    Sein Biograph Daniel Farson berichtet von einer Vita zwischen Halb- und Unterwelt. Sein Leben steht unter dem Einfluss von Alkohol und Glücksspiel. Dem Abgründigen steht der belesene Intellektuelle gegenüber, der eine ungewöhnliche Arbeits- und Selbstdisziplin aufbrachte.

  • Surrealismus und Kubismus

    Bacon zog 1925 nach London und arbeitete dort zunächst als Innenarchitekt und Möbeldesigner. Ab 1930 beschäftigte er sich nebenbei immer mehr mit der Malerei. Es entstanden erste Ölbilder orientiert an den Strömungen des Surrealismus und Kubismus. Doch aufgrund seiner Unzufriedenheit zerstörte er viele Werke wieder und gab das Malen vorläufig bis 1944 auf.

  • Hauptberuflicher Künstler

    Mit dem Werk „Drei Studien zu Figuren einer Kreuzigung“ stellte sich 1945 der erste Erfolg ein und Bacon beschloss, eine Existenz als hauptberuflicher Künstler zu führen. In seinen Bildern stellt er Themen wie menschliche Isolation und Zerrissenheit dar, was besonders das  Gemälde „Papst Innozenz X.“ aus dem Jahr 1953 zeigt. Gewalt und Schmerz kennzeichnen darin die Deformation seiner Gemäldefiguren.

  • Der Visionär

    Bacon avancierte neben Graham Sutherland zu einem der bedeutendsten Repräsentanten der visionären Malweise. Ängste und Hoffnungslosigkeit finden sich in seinen Bildern wieder. Bacon behält eine pessimistische Grundstimmung bei, indem die Bildfiguren Verzerrung und Verstümmelung ausstrahlen. Sie sollen die menschliche Brüchigkeit und Grausamkeit mitteilen.

  • Gewalt und Verzweiflung

    Bacons Portraits sind in einem großen Spannungsfeld zwischen Gewalt und Verzweiflung sowie Aggression und Schmerz angesiedelt. Das 1968 entstandene Werk „Two Studies for a Portrait of Georg Dyer“ zeigt dies eindrucksvoll. Die Figuren sind Individuen, die den deformativen gesellschaftlichen Kräften ausgesetzt sind.

  • Einfluss

    Bacon schockierte mit seiner expressionistisch-visionären Malweise und nahm maßgeblich Einfluss auf die zeitgenössische Malerei in England und ganz Europa. Noch zu seinen Lebzeiten erlebte der Maler Retrospektiven auf sein Werk.

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