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Trend: Wenn Design zur Kunst wird

Kunst und Design nähern sich heute deutlich an. Limitierte Auflagen versprechen Exklusivität. Dabei geht es nicht um Investitionen, sondern um Lebensstil. Wie die Avantgarde die Grenzen der Gattungen sprengt.

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Zaha Hadid: "Dune Formations" Quelle: David Gill Galleries
Zaha Hadid: "Dune Formations" Quelle: David Gill Galleries

LondonSammeln von Design habe nichts mit Kunstsammeln zu tun, meint der Kunstsammler Adam Lindemann, Verfasser des Bandes „Collecting Design“ im Taschen Verlag, „eher ist es, wie wenn man Oldtimer Autos kauft“. Aber zunehmend wird Design in „Designgalerien“ und mit den Marktmechanismen der Kunst verkauft. Marktbeweger sprechen von „Design Art“. Die internationale Talentjägerin Janice Blackburn glaubt, dass „Kunsthandwerk, Kunst und Design eins werden. Das ist die Zukunft“. Sie ist stolz darauf, dass Stardesigner Ron Arad für ihr Haus Kamine entwarf, die für Feuer untauglich sind. Nicht Funktionalität, sondern Kreativität interessiert, und das was Engländer mit „quirky“ bezeichnen – spleenig, extrovertiert – und gerade deshalb faszinierend

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Auch in den Preisen wartet die Designszene im Vorhof der Kunst. Das Fehlen eleganter Funktionstüchtigkeit wird, wie im Barock und Rokoko, durch Außenwirkungen und hohe Preise ausgeglichen. Limitierte Auflagen und eine Flut von wie Unikate angebotenen „Prototypen“ sichern Exklusivität. „Im 20. Jahrhundert träumten die Designer von Millionenauflagen ihrer Entwürfe. Nun werden Designs als Luxusgüter konsumiert wie im 19. Jahrhundert“, amüsierte sich einmal der Berliner Designgalerist Ulrich Fiedler.

Zeitgenössische Kunst Aufsteiger lieben Kunst

Immer mehr Menschen investieren in zeitgenössische Künstler. Malerei, Installation und Videofilme sind globale Handelsware. Doch die Kluft zwischen dem weltweiten Spitzenmarkt und den Regionalmärkten wächst.

Zeitgenössische Kunst: Aufsteiger lieben Kunst

Die Objekte schweben zwischen Kunst und Nutzobjekt. Franz Wests „Sitz-Skulptur“ mit Penis-Fortsatz aus grünlackiertem Aluminium erlaubt das Platznehmen erst gar nicht. Denn hier verkleidet sich nicht Design als Kunst, sondern Kunst als Design. Ein schwedischer Kunstsammler bezahlte bei Christie’s 55.000 Pfund dafür. Nun wird das Werk in Christie’s Ausstellung„Generation Y“ mit Kunst junger Sammler in London gezeigt, aber einen rechten Kaufgrund kann der Sammler nicht angeben. Er weiß hingegen: „West ist sehr einflussreich bei den jungen Künstlern, die ich sammle.“

Aber der Bad Emser Design-Consultant und Sammler Sebastian Jacobi warnt. „Dieser Markt ist völlig überwertet. Es wird mehr darüber geschrieben, als tatsächlich nachgefragt wird. Alle diese Galerien stürzen sich auf die wenigen potenten Sammler, die es in der Welt gibt.“ Er sieht „Design-Art“ als Ersatzkunst für Möchtegern-Kunstsammler. „Design ist zugänglicher als zeitgenössische Kunst, und man kann angeben, ohne dass man auf dem Niveau eines Christian Boros mitmischen muss. Man kommt ein bisschen günstiger weg.“

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