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Zeitgenössische Kunst: 44 Millionen Dollar für Warhol-Bild

Es gibt viel flüssiges Geld, das auch in zeitgenössische Kunst investiert werden kann. Aber nur wenn das richtige Werk angeboten wird. Sotheby's hatte in New York die bessere Auswahl und setzte 134,4 Mio. Dollar um. Christie's kam diesmal nur auf 74,2 Mio. Dollar Abend-Umsatz.

Ein optimistischer Preis wie in der Boom-Zeit: Andy Warhols "200 One Dollar Bills" (Ausschnitt) kletterten auf 43,7 Mio. Dollar. Quelle: Sotheby's
Ein optimistischer Preis wie in der Boom-Zeit: Andy Warhols "200 One Dollar Bills" (Ausschnitt) kletterten auf 43,7 Mio. Dollar. Quelle: Sotheby's

NEW YORK. 43,7 Mio. Dollar für einen schwarz-weißen Siebdruck von Andy Warhol, auf dem 200 Eindollarscheine zu sehen sind - das ist ein ermutigendes Signal in den seit einem Jahr schwächelnden Markt für zeitgenössische Kunst. Es läuft wieder besser, aber noch nicht überall rund.

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Einige Misserfolge bei Christie?s bestätigten am 10.November wieder eine ausgeleierte Regel: Derzeit findet nur beste Qualität zu realistischen Taxen Abnehmer. Nach etwa einem Jahr Abstinenz wurde auf New Yorker Zeitgenossenauktionen wieder eingekauft, wenn auch preisbewusster. "Wenn die Schätzpreise zu sehr ausreizt werden, muss man das büssen. Macht man da einen Fehler, wird nicht geboten", kommentierte Christie?s Abteilungsleiter Robert Manley den Rückgang der beiden höchsttaxierten Bilder, Basquiats riesiges Querformat "Brother Sausage" (geschätzt auf 9/12 Mio. Dollar) und Warhols schwarz/weißer Siebdruck "Tunafish Disaster" (6/8 Mio. Dollar). "Zu schwierige Themen," winkte ein Kenner ab, gefragt sei derzeit Kommerzielles.

Christie?s zusammengestückeltes Sortiment stieß nur auf lauwarmen Empfang. Immerhin brachte der ungewöhnlich dünne Katalog 74,2 Mio. Dollar (61,4/88 Mio. Dollar) ein. Sieben der 46 Lose wurden nicht akzeptiert. Und obwohl der schwache Dollar Europäer zum Bieten ermutigte, sicherten sie sich nur 13 Prozent der Lose. Das auf amerikanischen Geschmack zugeschnittene Angebot blieb zu 82 Prozent im Lande.

Zu den wenigen umkämpften Werken zählten sechs kleinformatige Arbeiten aus der Sammlung des im Juli verstorbenen New Yorker Choreographen Merce Cunningham und seines Partners John Cage. Bei den niedrig getaxten studiofrischen Geschenken illustrer Freunde kam Stimmung auf. Um Jasper Johns? grautoniges Ölbild "Dancers on a Plane, Merce Cunningham" (1980/1) rauften sich sechs Bieter bis zu 4,3 (1,5/2) Mio. Dollar.

Zur Attraktion des Abends wurde Peter Doigs weltweit gefragtes imposantes Format "Reflection (What does your soul look like)". Noch bei 8 Mio. Dollar waren vier Telefonbieter im Rennen. Eine Zehntelsekunde nach dem Zuschlag bei spektakulären 10,2 Mio. Dollar hob Unterbieter Jay Jopling von der Londoner Galerie White Cube nochmals die Hand. Zu spät. Knapp unter dem Bestpreis vom Februar 2007 (11,3 Mio. Dollar) hatte er das Bild an einen anonymen Telefonbieter verloren. Die Einlieferer, Mima und César Reyes aus Puerto Rico, dürften für das studiofrische Bild im Jahr 1996 24 000 Dollar gezahlt haben.

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