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Zeitgenössische Kunst: Die Senioren bleiben gefragt

In den Auktionen mit zeitgenössischer und Nachkriegs-Kunst in Paris erzielen Werke des 92-jährigen Pierre Soulages oder des verstorbenen Nicolas de Staël die höchsten Preise. Die Stars von morgen haben das Nachsehen.

Nicolas de Staëls „Liegende“ kostete sieben Millionen Euro. Quelle: Artcurial
Nicolas de Staëls „Liegende“ kostete sieben Millionen Euro. Quelle: Artcurial

ParisMit dem stolzen Preis von mehr als sieben Millionen Euro gelang dem ehrgeizigen französischen Auktionshaus Artcurial-Briest-Poulain-F. Tajan am 6. Dezember ein neuer Weltrekord-Zuschlag. Ein „Liegender Akt“ von Nicolas de Staël (1915- 1955) aus dem Jahr 1954, farbintensiv, mit spürbarer Begierde und malerischem Krafteinsatz auf die Leinwand gebannt, überstieg alle Erwartungen. Artcurial hatte mit maximal 4 Millionen Euro gerechnet. Zwei Bieter stritten sich letztendlich um das Bild: Ein Amerikaner behielt die Oberhand, obwohl ein französischer Unterbieter „seit Monaten von dem Gemälde träumte“, wie Artcurial-Direktor Martin Guesnet berichtete.

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De Staël unterhielt 1953/54 eine leidenschaftliche Beziehung zu Jeanne Mathieu, von der er vier Aktgemälde schuf. De Staëls Gesamtwerk beläuft sich auf 1.100 Werke, wobei es nur rund 20 Aktdarstellungen gibt. Weil der Künstler mit nur 41 Jahren Selbstmord beging, ist sein Werkkorpus klein und gesucht.

Die Schaffensperiode von 1949 bis 1955 ist mit Abstand die beste. „Dieses Bild ist eines der bedeutendsten, das es auf dem Markt gab“, versichert Franck Prazan. Die Galerie Applicat-Prazan in Paris vertritt die „Pariser Schule“ und ihre Leitfigur Nicolas de Staël seit 20 Jahren. Prazan unterstreicht, dass de Staël, seit ihn die Galerie Paul Rosenberg ab 1953 in New York zeigte, teuer ist. Auf der letzten Fiac-Messe konnte Prazan zwei De-Staël-Gemälde jeweils zu Preisen um etwa 2 Millionen Euro abgeben.

Der Preissprung von zuletzt 2,5 Millionen Euro bei Sotheby's in Paris am 31. Mai 2011 auf nun sieben Millionen Euro ist sensationell. Er ist zugleich signifikant für das preisliche Aufholen des französischen Marktes, was die französischen Maler der Nachkriegszeit betrifft. „In einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit konzentrieren sich die wichtigen Marktmacher und die Sammler auf die verfügbaren Werke und die sicheren Werte“, fügt Prazan hinzu. Er betont auch, dass die hohen Auktionspreise zwar Aufsehen erregen, dass solche Höhenflüge aber auch schon im sehr diskreteren Galeriemarkt stattgefunden haben.

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