Kunstmarkt

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Zeitgenössische Kunst: Gerhard Richter gibt den Ton an

Die Londoner Auktionen mit zeitgenössischer Kunst werden eine Geburtstagsfeier für den 80-jährigen Gerhard Richter. Insgesamt werden Spitzenpreise für die Stars des Marktes erwartet.

Gerhard Richter „Ice (Eis)“ (Ausschnitt). Quelle: Sotheby's
Gerhard Richter „Ice (Eis)“ (Ausschnitt). Quelle: Sotheby's

LondonNachdem die Hausse seiner Preise in den Herbstauktionen einen Höhepunkt erreicht hat, werden nun Werke in allen Variationen und Preisklassen angeboten. Am höchsten geschätzt ist mit 5 bis 7 Millionen Pfund eine weich schimmernde Abstraktion von 1994 bei Christie’s, die seit ihrem Kauf bei der Galerie Anthony d’Offay nicht mehr auf dem Markt war. Es folgt eine Grau-Vermalung, die mit 350.000 bis 450.000 Pfund nicht höher angesetzt wurde als 2008. Als sie damals nach einer Wanderung durch wichtige deutsche Sammlungen bei Christie’s die internationale Auktionsbühne betrat, kam sie auf immerhin 782 100 Pfund.

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Sotheby’s präsentiert gleich fünf hochwertige Richter-Gemälde, angeführt von dem Zwei-Meter-Format „Abstraktes Bild (Rot)“ von 1991 (2,5 bis 3,5 Millionen Pfund). Die wie ein Wasserfall wirkende Abstraktion „Kind“ ist klein, soll aber 2 bis 3 Millionen Pfund bringen. Einziges Fotogemälde ist „Eis“, Richters erstes Arktisbild in kaltem Blau, taxiert auf 2 bis 3 Millionen Pfund. Der Preisunterschied zwischen Fotobildern und Abstraktionen zeigte sich zuletzt in New York, als das Fotobild „Frau Niepenberg“ bei 7 bis 10 Millionen Dollar zurückging, während eine niedriger eingeschätzte Abstraktion auf Rekordniveau vorbeizog.

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Der Tod von Lucien Freud und die kommende Porträt-Retrospektive der National Porträt-Galerie führen zu einer regelrechten Schwemme seiner Werke. Zwei kleine Gemälde sind bei Christie’s und Sotheby’s auf jeweils 1,5 bis 2 Millionen Pfund geschätzt, aber der Schwerpunkt liegt in beiden Häusern auf einem starken Angebot von Zeichnungen. Herausragend ist eine Privatsammlung bei Sotheby’s, wo frühe Blätter wie das solitäre Stillleben mit „Kakteen und ausgestopftem Vogel“ am meisten Aufmerksamkeit erregen dürften (400.000 bis 500.000 Pfund).

Christie’s bietet dann in einer eigenen Auktion am 15. Februar einen Block von 45 Radierungen an, als „Printer’s Proofs“ signierte Probeabzüge, die von Freuds Drucker Marc Balakijan eingeliefert wurden. Am teuersten sollen zwei Radierungen mit Hunden werden (50.000 bis 70.000 Pfund). Schon bei den Herbstmessen waren die Stände mit Radierungen Freuds geflutet. Man wird sehen, wie der Markt diese Schwemme verkraftet.

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