
Im Anschluss an die kleine Wanderung fahren Sie am Besten in das bereits genannte Trend-Viertel Kazimierz, das unbedingt auf dem optionalen Tagesprogramm stehen sollte. Die ehemals jüdische Siedlung wurde während der nationalsozialistischen Besatzungszeit „umstrukturiert“, gedenkt heute aber im ästhetisch sanierten, künstlerischen Gewand der Ursprünge.
Die ehemals selbständige Stadt hat deshalb nicht nur einen alternativen Lifestyle mit zahlreichen Ausgehmöglichkeiten, sondern besonders viele historische Sehenswürdigkeiten: Die Alte und viele andere bekannte Synagogen, Kirchen, das Ethnographische Museum im alten Rathaus, das Galicia Jewish Museum, die Breite Straße (Ulica Szeroka) als ehemaliges Stadtzentrum, den ältesten Friedhof Krakaus.
Zwar leben und arbeiten in Kazimierz nur noch wenige Juden, ihre Wurzeln und Einflüsse sind aber nachwievor präsent. In Restaurants werden volkstypische Speisen zubereitet, in Galerien Geschichten in Bildern erzählt, im Juli jedes Jahres eines der größten Jüdischen Kulturfestivals der Welt zelebriert.
Wer die Umsiedlung der polnischen Juden aus ihrem Viertel in das Krakauer Ghetto nachspüren will, muss die Weichsel überqueren und sich in das südlich gelegene Viertel Podgórze begeben. Hier stehen immer noch originale Mauerreste, die bekannte Ghetto-Apotheke und Oskar Schindlers Fabrik, die heute als Museum das Leben und Leid der Krakauer Juden sehr ergreifend dokumentiert..