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Billigflieger: Ryanair erwägt Toiletten-Gebühr für Passagiere

Ans Mittelmeer für 21,99 Euro, 20 Ziele ab 20 Euro oder eine Million Flüge zu fünf Euro: In der Werbung locken die Billigflieger weiter mit spektakulären Schnäppchen. Doch über mehr oder minder versteckte Nebenkosten holen sie sich so manchen Euro vom Passagier zurück. Auch die jüngste Idee der irischen Ryanair zielt in diese Richtung.

Michael O'Leary: Der Chef von Ryanair denkt an neue Extrakosten für seine Passagiere. Quelle: dpa
Michael O'Leary: Der Chef von Ryanair denkt an neue Extrakosten für seine Passagiere. Quelle: dpa

HB LONDON. Der Billigflieger erwägt nämlich, seinen Passagieren Geld für den Gang zur Toilette abzunehmen. In Zukunft müssten die Reisenden möglicherweise für ihre Bedürfnisse ein Pfund (1,12 Euro) bezahlen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Freitag dem Sender BBC. "Wir sehen uns derzeit die Möglichkeit an, einen Geldschlitz an den WC-Türen anzubringen." Das Unternehmen prüfe stets, wie die Flugtickets günstig bleiben könnten, erklärte O'Leary. Der Fluggesellschaft machen - wie anderen Airlines auch - sinkende Erlöse zu schaffen.

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Dass Bezahltoiletten für Passagiere ohne passendes Kleingeld zu Unannehmlichkeiten führen könnte, sieht O'Leary nicht: "Ich glaube nicht, dass jemals einer mit weniger als einem Pfund in der Tasche in eine Ryanair-Maschine gestiegen ist." Wie das Münzsystem auf Euro umzurechnen wäre, verriet er nicht.

Kritiker hielten Ryanair vor, "ganz tief gesunken" zu sein. Rochelle Turner vom Verbrauchermagazin "Which? Holiday" sagte, es würde Ryanair "Recht geschehen", wenn die Reisenden dann weniger Geld für "überteuerte Getränke an Bord" ausgeben. Europas größter Billigflieger steht seit langem wegen Extrakosten wie Gepäckaufgabe und Service an Bord in der Kritik.

O'Leary gilt als Verfechter von weitgehenden Kosteneinsparungen. Vergangene Woche kündigte Europas größter Billigflieger an, zukünftig alle Check-In-Schalter von Ryanair an den Flughäfen zu schließen. Passagiere sollen stattdessen nur online einchecken. Auch Ryanairs Konkurrenten bieten bereits sogenannte Drop-Off-Schalter an, an denen Fluggäste nach einem Internet-Check-In nur noch ihr Gepäck aufgeben.

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