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Crowdfunding: Wie man Filme über Sex und Stromberg finanziert

Perfektes Marketing, nackte Haut und eine neue Art, um Filme zu finanzieren: Die 170.000 Euro für „Hotel Desire“ kamen von Geldgebern im Netz. Der Neo-Porno war der erste seiner Art – weitere sollen folgen.

Der vom heuchlerischen Kunstbetrieb genervte Maler Julius (Clemens Schick) und die von Kind und Arbeit gestresste Antonia (Saralisa Volm). Quelle: PR/Fiessbach
Der vom heuchlerischen Kunstbetrieb genervte Maler Julius (Clemens Schick) und die von Kind und Arbeit gestresste Antonia (Saralisa Volm). Quelle: PR/Fiessbach

DüsseldorfAls vor zwei Jahren der Film „Hotel Desire“ erstmals in Berlin gezeigt wurde, war das in jeder Hinsicht eine Premiere. Nicht nur weil Regisseur und Produzent Sergej Moya sich an einem neuen Genre versucht hatte: Die erotische Begegnung zwischen einem frustrierten Zimmermädchen und einem blinden Gast ist weder ein ordinärer Porno, noch ein harmloser Erotikfilm. Der sogenannte „Neo-Porno“ zeigt echten Sex, aber in ästhetisch anspruchsvollen Bildern.

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Völlig neu war auch die Art der Finanzierung: Moya und sein Co-Produzent Christoph Zwickler beantragten weder staatliche Filmförderung, noch nahmen sie einen Bankkredit auf. „Hotel Desire“ wurde über Spenden finanziert – eingeworben im Internet. 170.000 Euro sind auf diese Weise zusammen gekommen. Unter den Spendern ist laut dem Branchenmagazin W&V auch Sky-Manager Wolfram Winter. Als Gegenleistung dafür erhielten die Unterstützer, je nach Höhe der Spende, einen Gutschein für den Download des Filmes, eine Erwähnung im Abspann oder eine Privatvorstellung mit den Machern.

Crowdfunding, zu Deutsch: Schwarmfinanzierung, heißt das Prinzip, das aus den USA kommt und seit rund zwei Jahren auch hierzulande auf immer mehr Begeisterung stößt. Nicht nur Filmemacher und andere Künstler, auch Start-Ups sammeln auf Plattformen wie Seedmatch oder Companisto Geld von Kleinstinvestoren im Internet ein. Manche Projekte locken mit hohen Renditen, andere schlicht mit einer Kinokarte oder dem guten Gefühl, etwas für die Kunst getan zu haben. Crowdfunding betreiben bislang vor allem Dokumentarfilmer, die keine hohen Kosten haben aber Spezial-Themen, mit denen sie bei ihrer Fangemeinde auf Interesse stoßen. 

Dass auch Publikumsfilme von der Schwarmfinanzierung profitieren können, zeigt das Beispiel von „Iron Sky“, einer finnisch-australisch-deutschen Science-Fiction-Komödie über Nazis, die im vergangenen Jahr auf der Berlinale lief. Die Unterstützer durften via Internetseite die Produktion des Films begleiten und sogar eigene Ideen beisteuern. Von den 7,5 Millionen Euro Produktionskosten haben die Fans  500.000 Euro beigetragen. Wer mehr als tausend Euro investierte, erwarb sich das Recht auf eine Gewinnbeteiligung. Wie viel Gewinn der Film am Ende macht und ob er seine Kosten überhaupt wieder einspielt, ist allerdings noch nicht absehbar.

Die 15 erfolgreichsten Filme

  • Platz 15

    „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (2001)

    Brutto-Einnahmen: 974,8 Millionen Dollar

  • Platz 14

    „The Dark Knight“ (2008)

    Brutto-Einnahmen: 1,005 Milliarden Dollar

  • Platz 13

    „Alice im Wunderland“ (2010)

    Brutto-Einnahmen: 1,024 Milliarden Dollar

  • Platz 12

    „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ (1999)

    Brutto-Einnahmen: 1,027 Milliarden Dollar

  • Platz 11

    „Fluch der Karibik 4 – Fremde Gezeiten“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,044 Milliarden Dollar

  • Platz 10

    „Toy Story 3“ (2010)

    Brutto-Einnahmen: 1,063 Milliarden Dollar

  • Platz 9

    „Fluch der Karibik 2 – Dead Man's Chest“ (2006)

    Brutto-Einnahmen: 1,066 Milliarden Dollar

  • Platz 8

    „James Bond – Skyfall“* (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,079 Milliarden Dollar

    *vorläufige Zahlen, läuft noch im Kino

  • Platz 7

    „The Dark Knight Rises“ (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,081 Milliarden Dollar

  • Platz 6

    „Herr der Ringe 3 – Die Rückkehr des Königs“ (2003)

    Brutto-Einnahmen: 1,120 Milliarden Dollar

  • Platz 5

    „Transformers 3 – Dark of the Moon“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,124 Milliarden Dollar

  • Platz 4

    „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,328 Milliarden Dollar

  • Platz 3

    „Marvel's The Avengers“ (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,512 Milliarden Dollar

  • Platz 2

    „Titanic“ (1997)

    Brutto-Einnahmen: 2,185 Milliarden Dollar

  • Platz 1

    „Avatar“ (2009)

    Brutto-Einnahmen: 2,782 Milliarden Dollar

Die Fans der Fernseh-Serie Stromberg wären schon froh, wenn sie den Film, für den sie Anfang letzten Jahres innerhalb von nur einer Woche die Rekordsumme von über einer Million Euro gesammelt haben, überhaupt zu sehen bekämen. Eigentlich sollte der Streifen über den Bürotyrannen, gespielt von Christoph Maria Herbst, Anfang dieses Jahres in die Kinos kommen. Aus „terminlichen Gründen“ wurde der Start der Dreharbeiten verschoben. Einen neuen Termin hat die Produktionsfirma Brainpool noch nicht bekannt gegeben.

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