Lifestyle

_

Diskriminierend und sexistisch: Harsche Kritik an Dessous-Werbespot

Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband will gegen eine TV-Kampagne des Wäscheherstellers Palmers Beschwerde einlegen. In dem Spot werde die Behinderung missbräuchlich verwendet, sei damit diskriminierend.

Wien/DüsseldorfEine junge Frau räkelt sich genussvoll in Dessous, während sie sie anzieht. Sie streicht über den fast durchsichtigen, schwarzen Stoff, lächelt verträumt, zieht BH, Slip, Strümpfe und Strapse an. Dann setzt sie - jetzt auch mit Rock und Blazer bekleidet - eine Sonnenbrille auf und tritt, lasziv lächelnd, mit Blindenstock auf die Straße. Die Frau in dem Spot entpuppt sich als blind. Werbeslogan: Sinnlichkeit, die man fühlt.

Anzeige

Diese Kombination von Erotik und Blindheit als Werbemittel für den Dessoushersteller Palmers hat jetzt den Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) auf die Barrikaden gebracht. Der Verband hat angekündigt, Beschwerde bei der Österreichischen Werbeaufsicht einzulegen.

„In der TV-Kampagne wird ein völlig verdrehtes, unrealistisches und damit diskriminierendes Bild über blinde Menschen erzeugt, nur um in die Schlagzeilen zu kommen, nicht um den Betroffenen zu helfen", sagte Gerhard Höllerer, Präsident der ÖBSV-Dachorganisation, der selbst blind ist dem österreichischen „Standard". Blindheit werde in dem Spot „auf sexistische Art und Weise dazu missbraucht, um den Verkauf von Produkten anzukurbeln".

Sexistische Werbung Wenn heiße Kurven für erhitzte Gemüter sorgen

  • Sexistische Werbung: Wenn heiße Kurven für erhitzte Gemüter sorgen
  • Sexistische Werbung: Wenn heiße Kurven für erhitzte Gemüter sorgen
  • Sexistische Werbung: Wenn heiße Kurven für erhitzte Gemüter sorgen
  • Sexistische Werbung: Wenn heiße Kurven für erhitzte Gemüter sorgen

Die Selbsthilfeorganisation für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen in Österreich sieht durch den Spot die allgemeinen Grundsätze des Werberates verletzt. Danach darf Werbung nicht die Würde des Menschen verletzen, insbesondere durch eine entwürdigende Darstellung von Sexualität oder anderweitig diskriminierende Darstellungen.

  • 16.11.2011, 00:24 Uhrberufsaufreger

    der hat den spot doch nichtmal gesehen^^

  • 15.11.2011, 11:46 UhrMichel

    Das ist ja interessant.
    Wenn in dem Spot eine sehende Frau dargestellt würde, dann wäre das ok. Nur weil die Person als blind dargestellt wird, ist das nicht ok.
    So weit mir bekannt ist darf auch in Österreich niemand wegen persönlicher Merkmale diskriminiert werden. Alle sollen gleich behandelt werden.
    Wie war das: manche sind eben gleicher als andere.

  • Die aktuellen Top-Themen
Hamlet, Macbeth & Co.: Das sind die Stars der Shakespeare-Filme

Das sind die Stars der Shakespeare-Filme

Vor 450 Jahren wurde Shakespeare geboren. Fast genauso oft wurde das Werk des meistverfilmten Autors der Geschichte auf der Leinwand adaptiert. Einige Darsteller entwickelten einen regelrechten Faible für den Dichter.

Verpatzte Social-Media-Aktion: Die Polizei – dein Freund und Schläger

Die Polizei – dein Freund und Schläger

Diese Aktion der Polizei ist nach hinten losgegangen: Das New York City Police Department hatte auf Twitter dazu aufgerufen, Fotos von sich mit Beamten hochzuladen. Daraufhin hagelte es Bilder, die Polizeigewalt zeigen.

Zum Welttag des Buches: Und sie lesen doch!

Und sie lesen doch!

Allen Unkenrufen zum Trotz überlebt es trotz digitaler Konkurrenz: das gedruckte Wort. Lesen gehört noch immer zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Fakten rund ums Schmökern zum Welttag des Buches.

  • Business Wetter
Eine junge Dame wirbt für Parship

Wer passt zu mir?

Finden Sie jetzt den passenden Partner. Partnersuche nur mit PARSHIP!