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Falkensteins Weinmacher: Knackige Weine vom Mittelrhein

Der Winzer Albert Lambrich in Oberwesel gehört zu den besten Riesling-Erzeugern am Mittelrhein. Lieblichkeiten sind bei ihm die Ausnahme, er setzt stark auf herben Wein.

Das hat es in 18 Jahren nicht gegeben. Seit 1993 sucht die IHK Koblenz allherbstlich aus den vier in ihrem Einzugsbereich liegenden Anbaugebieten „Kammerweine“ zum Repräsentieren. Eine professionelle Jury hilft dabei. Bei der Probe Mittelrhein war es diesmal besonders schwer, den Sieger zu ermitteln. In der Finalrunde standen drei Riesling-Gewächse vom Besten. Die neun Tester sollten nun den Favoriten benennen. Ergebnis: Auf jeden Wein entfielen drei Stimmen.

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Einer der drei Erzeuger in der Spitzengruppe ist Albert Lambrich aus Oberwesel, ein freundlicher, hochgewachsener Brillenträger. Der 44-Jährige stammt aus einer alten Winzerfamilie im Ortsteil Dellhofen. Lambrich übernahm den Betrieb vom Vater, ging bei den Änderungen im Gut behutsam vor, erhöhte den Riesling-Anteil und setzte noch mehr auf herben Wein. Lieblichkeiten sind bei ihm die Ausnahme. Vater Josef war „da sehr tolerant“, erinnert er sich. Der Senior hilft heute noch gerne im Weinberg mit. Fünf Hektar sind zu bewirtschaften, darunter viel Steilhang.

Lambrichs Ehefrau Ute, 41 Jahre, hat ebenso Weinbautechnik studiert wie er. Sie kommt aus Niederheimbach ein paar Orte rheinaufwärts und brachte einen kleinen Rebberg mit in die Ehe. Der alte Hof in der engen Ortsmitte von Dellhofen wurde allmählich zu eng. Gemeinsam begannen sie 2002 mit einem Neubau am unteren Rand des Ortes. Obwohl Lambrich oft selbst Hand anlegte, hat das Anwesen rund eine Million Mark gekostet. Guter Geschmack regierte. Wie ein Aussiedlerhof sieht der neue Betrieb nicht aus, eher wie eine schlichte, aber vornehme Villa, von einem gepflegten Park umgeben.

Eine gemütliche Weinstube gehört dazu, die an Wochenenden geöffnet ist. Dann steht sie in der Küche, er serviert. Eine Spezialität ist der warme Speck-Kartoffelsalat, zu dem Wildbratwürste gereicht werden. Das passt ausgezeichnet zu den knackigen Weinen des Gutes.

Der Fast-Sieger von Koblenz ist ein kleines Wunder, sehr leicht und trotzdem füllig. Dr. Stephan Reuter, der als Leiter des Weinbauamtes Wittlich in der Jury saß, spendete verwundertes Lob: „Es erstaunt schon, dass dieser Riesling bei so wenig Alkohol eine solche Länge und Tiefe hat.“ Der Rebgarten, von dem der Wein stammt, liegt etwas höher, nicht so prall der Sonne ausgesetzt und ist gut mit Wasser versorgt. Das war in dem heißen Jahr 2009 wichtig. Der Klimawandel hat es ja mit sich gebracht, dass die zweitklassigen Lagen heute oft die besseren sind.

Der Riesling hat eigentlich eine stramme Säure, was aber nicht zu schmecken ist, weil sie von reichlich Mineralstoffen, vor allem Kalium, eingebunden ist. Lambrich reicherte den Most nicht mit Zucker an, was erlaubt gewesen wäre, weil er die Leichtigkeit erhalten wollte. Er gab nur einen Teil von einer lieblicher geratenen Partie hinzu, um Säure und Süße auszubalancieren. Das Ergebnis schmeckt prächtig zu Kalbsbraten mit Pilzsoße.

Oberweseler Römerberg

Hochgewächs

Jahrgang 2009

Rebsorte Riesling

Anbaugebiet Mittelrhein

Analyse 11,4° Alkohol, 8,0 g Säure, 8.6 g Restzucker

(pro Liter)

Trinken bis 1013

Preis ab Hof 4,30 Euro

Adresse Weingut

Albert Lambrich

In der Neuwies

55430 Oberwesel

Tel.: 06744 / 8276

Fax: 06744 / 711607

Mail: info@weingut-

albert-lambrich.de

www.weingut-

albert-lambrich.de

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