Jürgens Weinlese

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Jürgens Weinlese: Der „Plagiatswein“

Kein anderes Weinland ist so kreativ wie Italien. Ist ein Wein für den Alltag zu teuer, erfinden Winzer eine ähnlich schmeckende, preiswertere Kopie. Handelsblatt-Online-Weinliebhaber Jürgen Röder hat einige verkostet.

Ein herbstlich verfärbtes Blatt liegt mit frisch gelesenen Trauben. Quelle: dpa
Ein herbstlich verfärbtes Blatt liegt mit frisch gelesenen Trauben. Quelle: dpa

DüsseldorfWas wäre ein guter Weinkeller ohne Amarone?  Der zählt – neben dem Brunello und dem Barolo – zu den großen Weinen Italiens. Ein fantastisches Tröpfchen, das nach getrockneten Früchten riecht  und schmeckt. Mit einem kraftvollen Körper und dennoch sehr weich und rund. Auch wenn Sie derart schwere Weine nicht mögen: Einen bleibenden Eindruck wird der Wein aus Venetien bei Ihnen auf jeden Fall hinterlassen.

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Das Problem: Amarone-Weine  sind teuer. Bislang habe ich noch keinen guten für 20 Euro oder weniger je Flasche getrunken, rund 30 Euro ist eher das Minimum. Schließlich ist die Herstellung auch kostspielig. Die Trauben werden vor der Verarbeitung in speziellen Lagern 100 bis 120 Tage getrocknet, bis sie fast Rosinen sind. Flaschen mit Amarone können bis zu 20 Jahre gelagert werden.

Dossier zum Download Die 100 besten Weingüter Deutschlands

Rheinhessen erlebt seit Jahren einen atemberaubenden Aufschwung. Acht Güter der Region finden sich inzwischen in der Winzer-Oberliga. Aber es müssten noch viel mehr sein. Dazu: Alle Adressen und Infos zu den Top 100.

Eine genaue Beschreibung der Herstellung und der Traubensorten steht unter Wikipedia. Wer sich für diesen Wein interessiert: Michael Liebert, ein befreundeter Sommelier, hat kürzlich den Jahrgang 2009 verkostet. Hier sind seine Eindrücke.

Wein

Doch es gibt eine preiswerte Alternative: den Ripasso (auf deutsch: Wiederholung). Dabei wird der eigentlich fertige Wein noch ein zweites Mal auf den übriggebliebenen Resten (Trester genannt)  der Amarone-Herstellung vergoren. Dadurch nimmt der Ripasso den typischen, etwas rosinenartigen Geschmack des Amarone an, ist aber deutlich leichter – und dafür auch deutlich preiswerter. Dabei gilt die Regel: Wenn das Weingut einen guten Amarone herstellt, gelingt auch die Produktion eines guten Ripasso.

  • 20.02.2013, 15:01 UhrJuergenRoeder

    Danke für den Hinweis....

  • 18.02.2013, 21:25 UhrJochen_Mueller

    Naja, wenn Sie nicht gerade bei den Strunz-Weingütern auftauchen, können Sie auch in Norditalien in der Regel alles probieren. In der Amarone-Region zum Beispiel hervorragende Qúalitäten bei Brigaldara (und ich war unangemeldet dort).
    Jochen Müller

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