Jürgens Weinlese

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Jürgens Weinlese: Spaß mit verdeckter Weinprobe

Bei „Weine erraten“ in geselliger Runde können die lustigsten Sachen passieren. Handelsblatt-Online-Weinexperte Jürgen Röder hat dabei wie seine Mittrinker immer viel Spaß – und eine kleine Portion Schadenfreude.

Weinliebhaber Jürgen Röder.
Weinliebhaber Jürgen Röder.

DüsseldorfRegelmäßig veranstalte ich mit meinen Freunden eine verdeckte Weinprobe: Jeder bringt eine nicht erkennbare Flasche Rotwein mit. Geraten werden muss Anbauland, die jeweilige Rebsorte oder ob es eine Cuvee ist, Jahrgang und Alkoholgehalt.

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Falls Sie auch daran Spaß haben sollten, wäre mein Ratschlag an Sie: Betrachten Sie es nicht als Wettbewerb, sondern als ein geselliges Beisammensein. Jeder sollte einen interessanten Wein vorstellen – und keinen, der einfach nur schwer zu erraten ist. Wir, meine Freunde und ich, haben da bereits Erfahrungen gesammelt. Bei einer derartigen Probe brachte eine Freundin beispielsweise einen Weine aus der Ukraine mit - da mussten alle passen.

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Bei einer solchen Weinprobe können die lustigsten Sachen passieren. Ein Freund fuhr vor dem Treffen zu Mövenpick und ließ sich dort beim Weinkauf beraten. Sein Wunsch: Ein Wein, der ganz schwierig zu „erkosten“ sei. Er kam mit einem Salice Salentino von der Genossenschaft Feudi di San Marzano aus Apulien zur verdeckten Probe.

Wein

Sein Pech: Meine Frau und ich hatten einen Tag zuvor genau diesen Wein im Glas. Als wir unserem Freund plötzlich sämtliche Details vom Anbauland über Rebsorte, Jahrgang bis hin zum Alkoholgehalt präsentierten, ernteten wir in der sechsköpfigen Runde bewundernde Blicke.

  • 26.01.2013, 00:08 UhrEde

    Machen wir in unserem Weinclub ähnlich. Wir sind meist zu viert. Einigen uns vorher auf ein Thema. ZB Region, Traube, Land. Jeder bringt einen Wein aus der Range 20-60 EUR mit. Zusätzlich (im Wechsel) jeder einen "Topwein", der dann meist deutlich über 100 EUR liegt, meist ein gr. Namen, und ordnen diesen als Piraten in den flight. Wir wählen die Weine in einer zufälligen Reihenfolge. Wir trinken und reden über den Wein und bewerten in der Skala 1-10. Am Ende des Abends werden die Weine aufgedeckt und die Punkte addiert. Längst nicht immer gewinnt der Topwein. Dies ist aus unserer Sicht die ehrlichste Art der Verkostung, da ansonsten Topweine immer einen Promibonus haben. Weine unter 20 EUR im Rotweinbereich eignen sich m.E. nur bedingt, da diese Weine für die Masse der Weintrinker gemacht werden. Das heißt nicht, dass es keinen guten Rotwein unter 20 EUR gibt!! Nur sind diese Weine häufig zu einfach strukturiert - aber es gibt Ausnahmen!! Für unter 10 würde ich keinen Rotwein kaufen, außer leicht gekühlt zum Grillen, dann doch lieber einen Weißwein. Topweißweine sind zwar auch super und auch teuer- aber um so einfacher der Wein ist, um so Kühler sollte er getrunken werden. Lieber weniger trinken, dafür besser. Nach meiner Erfahrung sind aber nur wenig Weine über 100 EUR ihr Geld wert. Hier bezahlt man Name und Rarität.

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