Wächst denn die Zahl der Biowinzer entsprechend mit?
Ja, derzeit werden in Deutschland rund 800 Weingüter mit einer Rebfläche von 5400 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Vor rund sechs Jahren war die Fläche in unserem Land rund halb so groß. Dieser Trend ist auch international: Innerhalb von sieben Jahren hat sich die Fläche für Biowein fast verdoppelt. Knapp 80 Prozent dieser Flächen liegen in den Ländern Spanien, Italien und Frankreich.
Wie schnell können Winzer mit herkömmlicher auf ökologische Produktion umstellen?
Der Prozess dauert drei Jahre, rund vier Wochen vor der letzten konventionellen Ernte darf noch Pflanzenschutzmittel gespritzt werden. In den beiden folgenden Jahren darf der Winzer dann sogenannte Umstellungsware verkaufen, im dritten Jahr dann den Biowein. Im ersten Umstelljahr muss bereits komplett biologisch gewirtschaftet werden, der Wein gilt aber als konventionell. Die Umstelljahre zwei und drei dürfen als Wein aus Trauben aus biologischem Anbau in Umstellung vermarktet werden.
Haben Sie ein eigenes Weingut?
Ja, vor drei Jahren habe ich zusammen mit einem Partner ein elf Hektar großes Weingut im französischen Languedoc gekauft.
Und schmeckt der eigene Wein Ihnen auch?
Ohne überheblich zu sein: Der Wein ist ziemlich gut, ansonsten würden wir ihn nicht als eigenen Wein anbieten. Aber: Auch wir lernen jeden Tag dazu.