
DüsseldorfVor knapp 30 Jahren fing Peter Riegel an, als alternativer Einzelhändler Biowein zu verkaufen. Mittlerweile importiert er mit seinen 62 Mitarbeitern rund zwölf Millionen Flaschen jährlich und ist damit der größte Biowein-Händler.
Wie kamen Sie zum Biowein?
„Es gab früher viele Vorurteile wie „Diese Weine schmecken einfach nicht“ oder “Die sind zu sauer“. Mein Ehrgeiz war es, zu zeigen, dass Bioweine mindestens genauso schmecken wie herkömmliche oder sogar besser.“
Wer kontrolliert eigentlich die Anbau-Regeln?
„Die Regeln sind in einer EU-Verordnung festgelegt, umsetzen müssen das die einzelnen Staaten. In Deutschland kontrollieren das TÜV-ähnliche Privatunternehmen; in Spanien beispielsweise regelt das der Staat. Natürlich gibt es auch bei den Bio-Winzern schwarze Schafe. Aber auf Dauer geht das nicht gut. Auch wir kontrollieren: Für unsere Eigenmarken kaufen wir Wein bei den Winzern lose ein und führen Rückstandsanalysen durch.“
Finden Sie schnell die Weine für Ihre Eigenmarken?
„Diese Weine sind mehr als nur ein einfacher Kauf. Während unserer Reisen für die Eigenabfüllungen haben wir viele Weinberge in schönen Lagen gesehen, der Wein schmeckte aber nicht so gut. Dann haben wir mit dem jeweiligen Winzer geredet und ihm manchmal aus unserem Team einen Önologen zur Seite gestellt, um einen technisch besseren Wein zu produzieren. Das hat in den meisten Fällen geholfen.“
Verschneiden Sie Wein für ihre Eigenmarken?
Nein, dieser Wein stammt immer nur von einem Winzer. Nach meiner Überzeugung gehört zum Biowein eine Identität. Der Nachteil: Jeder Wein schmeckt je nach Jahrgang dann immer anders. Viele Kunden möchten aber, dass ihr Wein immer gleich schmeckt.
Welchen Stellenwert hat Biowein im Vergleich zum Gesamtmarkt?
Derzeit hat Biowein einen Marktanteil von vier bis fünf Prozent des Gesamtmarktes. Als ich anfing war der nahe null. Biowein wächst immer noch schneller als herkömmlicher Wein, der in manchen Jahren sogar stagniert. Unsere Wachstumsraten sind immer noch zweistellig.