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Medienbericht: Fast jeder fünfte Fernzug der Bahn zu spät

Fast jeder fünfte Fernzug in Deutschland kommt einem Zeitungsbericht zufolge zu spät. Die Bahn unterschlage diese Zahl, indem sie bei ihrer Pünktlichkeitsquote auch die überwiegend pünktlichen S-Bahnen mit einberechne, so der Bericht.

Warten auf den ICE: Laut "Welt" keine Seltenheit. Quelle: ap
Warten auf den ICE: Laut "Welt" keine Seltenheit. Quelle: ap

HB HAMBURG/BERLIN. Nach Angaben der Deutschen Bahn liege die Pünktlichkeitsquote aller Züge im Personenverkehr derzeit bei 90 Prozent, darin seien aber auch die überwiegend zuverlässigen S-Bahnen in Ballungsräumen mit eingerechnet, berichtet "Welt Online". Die Zahlen für die Pünktlichkeit der Fernzüge halte die Bahn seit Jahren unter Verschluss. Nach Informationen des Nachrichtenportals seien nur knapp 83 Prozent aller Fernzüge (ICE, IC, EC) pünktlich. Hauptproblem seien die ICE-Achsen und der Zustand der Trassen.

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Karl-Peter Naumann, Verbandsvorsitzender des Fahrgastverband Pro Bahn, sagte dazu in Berlin: "Wir haben zwar keine Statistiken dazu, aber diese Zahlen decken sich mit unserer Beobachtung". "Die Schienen werden in Deutschland zu sehr vernachlässigt, das führt zu ständigen Verspätungen", so Naumann weiter.

Die Deutsche Bahn wollte die Angaben nicht bestätigen. "Die Pünktlichkeitsquote aller Züge im Personenverkehr liegt bei 90 Prozent. Weitere Zahlen kommentieren wir nicht", sagte ein Bahn-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Pro Bahn macht die hohe Zahl der sogenannten Langsamfahrstellen, an denen Züge wegen Baustellen oder Beschädigungen an den Schienen langsamer fahren müssen, für die Verspätungen verantwortlich. "Da ist in der letzten Zeit nichts gemacht worden", sagte Naumann. Dem widersprach ein Bahn-Sprecher. "Die Zahl der Langsamfahrstellen ist von 400 auf zehn reduziert worden", sagte er.

Das Schienennetz der Deutschen Bahn bleibt nach dem Willen der künftigen Bundesregierung in der Hand des Staates. Netz, Bahnhöfe und Energieversorgung sollen bei der schrittweisen Privatisierung des Konzerns nicht an Investoren verkauft werden. Hier müsse der Staat die Verantwortung für die Infrastruktur wahrnehmen, heißt es in dem am Samstag in Berlin vorgelegten Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP. Die alte Regierung von Union und SPD hatte den Teilverkauf des Staatskonzerns im Oktober 2008 wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten abgesagt.

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