Wenn Städter in die Dorfidylle ziehen

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Soziale Strukturen zerbrechen, Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Alkoholismus, sexuelle Gewalt, Selbstmord und Amokläufe - alles Phänomene, die nach Angaben von Brüggemann gehäuft auf dem Land auftreten. Nicht die Großstädte seien die sozialen Krisenherde. „Es sind die alleingelassenen Dörfer“, meint der Experte. 

Und doch ist es gerade die Landflucht, die die neue Lust am Landleben befeuert - so bizarr es auch klingen mag. „Je mehr Menschen in der Stadt leben, umso größer ist die Sehnsucht nach der Natur“, erläutert Andreas Steinle, Trendforscher beim Zukunftsinstitut im hessischen Kelkheim. Allerdings möchte kein Städter sein Leben auf dem Acker verbringen. Vielmehr bleibt es bei erholsamen Stippvisiten - wie bei der „Stern“-Autorin Imgard Hochreither, die darüber in einem Blog und Buch berichtet.

Die Hamburger Journalistin verbringt jedes Wochenende mit Mann und Hund in Polkefitz, einem winzigen Rundlingsdorf im niedersächsischen Wendland. „Es war für mich eine Neuentdeckung“, sagt Hochreither über das Landleben, das sie zuvor nur mit Gülle-Gestank und ekeligen Insekten in Verbindung gebracht hatte. „Es werden ganz andere Dinge wichtig.“ Zum Beispiel die Frage, wie man der saisonalen Schwemme von Obst und Gemüse Herr wird. „Es ist eine echte Herausforderung, Zucchini auf immer andere Weise zu zubereiten“, findet Hochreither.

Andere Städter holen sich das Land dagegen gleich vor die eigene Haustür. „Urban Gardening“ heißt der Trend, der die Menschen ins kleine Grüne auf dem Dach, im Hof oder in den Schrebergarten treibt. Der Berliner Autor Martin Reichert, dessen Mann ein schönes Häuschen im Brandenburgischen besitzt, weiß aus jahrelanger Erfahrung: Die Stadt beherbergt die wahre Natur. Eichelhäher und Fuchs seien längst dorthin ausgewandert. Und naturbelassene Lebensmittel finde man eher im Bio-Supermarkt im Stadtteil Prenzlauer Berg als auf dem Land.

  • 14.03.2011, 14:07 UhrAnonymer Benutzer: alexthejack

    Hallo,
    selten kommentiere ich, aber in diesem Fall:
    - Es ist schön, wenn der Autor von "Landfrust" und sonstige "Kenner" des Landlebens den "Städtern" das Landleben mürbe machen. Dann bleiben diese urbanen Nervensägen wenigstens da, wo sie hingehören. In der Stadt.
    - Der Autor des tollen Buches und Herr Reichert sollen bitte wieder in die Stadt ziehen oder dort bleiben. Wer behauptet in der Stadt mehr Flora und Fauna sowie bessere "Bio"-Lebensmittel erhält, der kann uns "Landeiern" gestohlen bleiben und hat wirklich keine Ahnung.
    - Wer sich vorher keine Gedanken darüber macht, dass das Landleben bei einigen Dingen des Lebens beschwerlich sein kann, ist selber schuld. Was hat der Autor erhofft? Perfekte Infrastruktur? Den Tante Emma-Laden vor der Tür? Die Kinder gehen zu Fuß zur Schule und zum Sport?
    - Das es im ländlichen auch Frust und soziale Probleme gibt, ist selbstverständlich. Aber der Autor scheint sich nur die allgemein problematischen Landstriche angesehen zu haben. Ansonsten könnte er solche Verallgemeinerungen nicht aufstellen. Echt schwach.
    - Es gibt viele wunderschöne ländliche Bereiche in Deutschland. Aber wir werden dem Autor diese nicht verraten. Sonst zieht der Miesepeter noch dahin.

    Mit ländlichen Grüßen
    aus dem Münsterland
    Alexander B.

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