Lifestyle

Abschied von der „Millionen-Dollar-Nase“

« 3 / 6 »

Wenig Leser, viel Einfluss

Aktuell hat die sechsmal im Jahr erscheinende gedruckte Version des Newsletters weltweit rund 50.000 Käufer. Das ist eine verschwindend geringe Zahl von echten Lesern im Vergleich zu dem Einfluss, den seine Einschätzungen in Branchenkreisen haben. Der deutsche Winzer und Weinpublizist Dirk Würtz hat Parker persönlich beim Verkosten erlebt und schätzt dessen einzigartige Fähigkeiten bei der Degustation: „Er ist die einzige Benchmark. Selbst die renommiertesten anderen Kritiker haben keinen Einfluss auf die Preise“, sagt Würtz.

Dossier zum Download Die 100 besten Weingüter Deutschlands

Rheinhessen erlebt seit Jahren einen atemberaubenden Aufschwung. Acht Güter der Region finden sich inzwischen in der Winzer-Oberliga. Aber es müssten noch viel mehr sein. Dazu: Alle Adressen und Infos zu den Top 100.

Dossier zum Download: Die 100 besten Weingüter Deutschlands

Einmal im Jahr, im April, wenn die Weingüter des Bordeaux ihre Jungweine der Öffentlichkeit vorstellten, reiste Parker an und vergab auf Basis der noch lange nicht fertig gereiften Weine seine Einschätzung über die zu erwartende Qualität. Und damit änderte sich der Preis. Ein Wein mit 99 Parker-Punkten kann über Nacht seinen Verkaufspreis verdoppeln.

Parker, der seinen schmucklosen Newsletter bis heute ohne Werbung verkauft, hat mit der Kraft seines Urteils nicht nur die Preise bestimmt, er hat dem Handel auch ein Instrument an die Hand gegeben, um Weine zu vermarkten. „Es gibt Kunden, die sich beim Weinkauf ausschließlich nach der Zahl der Parker-Punkte erkundigen und danach entscheiden“, sagt Martin Pelz, Geschäftsführer der Adlon Holding in Berlin und verantwortlich für die dazugehörige Weinhandlung Lorenz Adlon. „Seinen Namen haben auch Kunden, die noch nicht bewandert sind, schon einmal gehört.“

Die Parker-Punkte mit der von ihm verwendeten 100er-Skala nutzen auch Discounter sowie Händler rarer alter Weine. 89 PP ist für den Supermarkt die Möglichkeit, den im großen Stil produzierten Wein dem Kunden als günstiges Schnäppchen zu präsentieren. Und 99 PP sind für den Raritätenhändler die Gewissheit, Kunden zu locken, die gerne Fan des Tabellenführers sind und Testsieger kaufen. Die Klammer der Punkte reicht von der Einstiegshilfe für Ahnungslose bis zum Beleg für den Statusorientierten.

Anzeige

Und alle Kunden bekommen, was sie erwarten dürfen. Denn in den vergangenen Dekaden ist Parkers Geschmack konstant geblieben. Seine Vorliebe gilt kräftigen Rotweinen. Der Weinautor Manfred Klimek schreibt, dass Parker „der Welt heute seinen Coca-Cola-Weingeschmack aufgezwungen hat. Fette, marmeladige, tanninreiche und fruchtig-alkoholische Weine“.

  • 25.12.2012, 17:34 UhrIrrenanstalt-Erde

    Unglaublich dass man mit sowas überhaupt Geld verdienen kann. Andere mühen sich mit harter Arbeit ab und kommen zu nichts, während wieder andere als Gastrokritiker oder Weinverkoster Millionen Dollars und Euros scheffeln, während woanders Menschen verhungern und verdursten.
    Diese Welt ist wirklich eine geschlossene Anstalt mit lauter untherapierbaren Psychopathen/innen, aus der es nur durch den Tod ein Entkommen gibt, welcher wiederum das Leben in der Anstalt kostet!

  • 25.12.2012, 16:18 Uhrmanavgat13

    Parker als Ratgeber für guten Wein zu nutzen hat mir noch nie geholfen.Bei dessen Weinbeurteilung ist doch auch ein gutes Stück Eigenutz vorhanden,denn umsonst hat dieser Herr noch nichts gemacht :-)Ich verlasse mich auf meinen Geschmack und bin bisher immer gut gefahren.

  • 25.12.2012, 15:57 Uhrberndengesser

    Bei Wein ist es doch so einfach: ich trinke was mir schmeckt. Egal ob der Wein Punkte oder sonstige Auszeichnungen hat. Damit fahre ich seit Jahren sehr gut. Und bezahle nicht mehr, als der Geschmack wirklich wert ist. Nur Menschen ohne eigenen Geschmack oder mit krankhaft-unterentwickeltem Selbstbewusstsein kaufen Wein nach Punkten.

  • Die aktuellen Top-Themen
Filmfestival: Coen-Brüder punkten in Cannes mit Timberlake

Coen-Brüder punkten in Cannes mit Timberlake

Die Brüder Ethan und Joel Coen tauchen in die Folkmusikszene der 1960er Jahre ab: Ihr „Inside Llewyn Davis“ feiert seine Premiere beim Filmfest Cannes und holt Justin Timberlake und Carey Mulligan auf den roten Teppich.

Powerball-Lotterie: Amerikaner knackt 600 Millionen Dollar-Jackpot

Amerikaner knackt 600 Millionen Dollar-Jackpot

Der zweitgrößte Lotto-Jackpot ist geknackt: Auf einen Schlag wurde eine Einzelperson in den USA um fast 600 Millionen Dollar reicher. Zuvor löste der gigantische Jackpot große Spielhysterie in der Bevölkerung aus.

Eurovision Song Contest: Dänemark triumphiert und Deutschland patzt

Dänemark triumphiert und Deutschland patzt

Die dänische Sängerin Emmelie de Forest gewinnt den Eurovision Song Contest, Lena patzt bei der Punktevergabe und Deutschlands Cascada kommt nur auf Platz 21. Ist Angela Merkel an der Schlappe schuld?

  • Business Wetter
Eine junge Dame wirbt für Parship

Wer passt zu mir?

Finden Sie jetzt den passenden Partner. Partnersuche nur mit PARSHIP!