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Talk-Premiere: Günther Jauch hebt sich von ARD-Tradition ab

Anne Will musste beiseite rücken, er selbst seine RTL-Sendungen aufgeben. Nun debütiert Günther Jauch in der ARD mit einer 9/11-lastigen Talkshow. Am Ende bekommt er dafür Lob von einem Talkshow-Veteranen.

Moderator Günther Jauch mit Marcy Borders, einer Überlebenden der Anschläge vom 11. September 2001. Quelle: dpa
Moderator Günther Jauch mit Marcy Borders, einer Überlebenden der Anschläge vom 11. September 2001. Quelle: dpa

Berlin15 Monate nach der Bekanntgabe seines Engagements für die ARD hat Günther Jauch seinen Einstand als Sonntagabend-Talker gegeben. Pünktlich um 21.45 Uhr begrüßte der 55-jährige Moderator seine Gäste und Zuschauer im Berliner Gasometer sowie an den TV-Bildschirmen. Schon gleich zu Beginn wurde das Thema seiner ersten Sendung eindrücklich im Bild eingefangen: Die beiden brennenden Türme des World Trade Centers, davor Jauch mit den Worten: „Diese Bilder haben sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt.“

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Am 11. September, dem zehnten Jahrestag der Terroranschläge in den USA, ging es genau um jene Attentate und deren Folgen. Doch dieser Sonntagabend-Talk mit Jauch hebt sich leicht ab von der klassischen Talkrunden-Show, die es in den vergangenen Jahr unter anderem bei Jauchs Vorgängerin Anne Will am Sonntagabend zu sehen gab.

Er beginnt mit einem Filmbeitrag über Marcy Borders, eine Überlebende der Anschläge, deren Bild als „Staubfrau“ um die Welt ging. Danach sitzt sie neben Jauch auf dem roten Sessel, später wird dort auch noch Tanja Menz sitzen, die Mutter eines in Afghanistan gefallenen Bundeswehrsoldaten. Das erinnert ein wenig an „Stern TV“, das erfolgreiche RTL-Magazin, das Jauch für sein ARD-Engagement aufgeben musste. Und natürlich erinnert Jauch in seiner Haltung daran: Er fragt zurückhaltend, interessiert, verständnisvoll, zeigt Betroffenheit, aber nicht spekulativ oder sensationsheischend.

In der Talkrunde bietet Jauch eine typische bunte Mischung: Jürgen Klinsmann, der seit langem in den USA lebt und derzeit die US-Fußball-Nationalmannschaft trainiert, Autorin Elke Heidenreich, Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD), Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und Afghanistan-Kenner Jürgen Todenhöfer. Dazwischen gibt es Talk-Auflockerungen: Filme oder eine Zuschauer-Abstimmung (über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr).

Es geht dabei vor allem um die Folgen des 11. September 2001: Der Afghanistan- und der Irak-Krieg, der andauernde Terror in der Welt und wie die westliche Welt darauf reagieren könnte. Wichtige Themen, unterschiedliche Meinungen in der Runde, aber echte Brisanz, ein echter Schlagabtausch kommen nicht auf. Es ist eine klassische Jahrestags-Sendung.

Ab und an lässt Jauch aber aufblitzen, dass er auch anders kann und in Zukunft wohl auch wird: „Wenn in der SPD einer was sagt, und der andere sagt, das ist okay, das ist schon selten genug“, meint er spitzbübisch zu Struck, der sich mit Frank-Walter Steinmeier in der Frage einig zeigt, dass „Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigt“ wird.

Schon am kommenden Sonntag dürfte Jauch sein tagespolitisches Gespür, sein journalistisches Gewicht und seinen ironischen Witz stärker einbringen können und müssen: Es dürfte dann vermutlich um die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gehen - den Abschluss des „Superwahljahres 2011“.

Und noch bevor die Einschaltquoten am Montagmorgen über den Publikumserfolg von Jauchs erster Sendung Auskunft geben können, gab es Lob aus dem Munde eines Polit-Talkshow-Veteranen: „Ich finde, Sie haben das auch gut gemacht, ihre Sendung“ sagte Struck zum Abschluss.

  • 13.09.2011, 23:19 UhrAnonymer Benutzer: hhfe

    SUPER ! Absolut gelungener Start. Endlich wieder ein Moderator der die Gaeste AUSREDEN laesst. Man kann wieder mitdenken (wie frueher beim Boehme) und wird nicht staendig durch eine "Agitatorin" gestoert, die immer wenn Ihr eine Antwort nicht passt (dumm) dazwischen schaetzt.
    Macht genau so weiter !!! auch wenn mir nicht alles gefallen hat. Was war der konstruktive Beitrag einer Frau Heidenreich und warum glaubten Sie sich fuer die Teilnahme des Herrn Kliensmann entschuldigen zu muessen ? Fazit Heidenreich hat viel weniger gebracht als Kliensmann.
    Schoene Gruesse

    HE

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